Bundesliga

Dietmar Hamann: "Robert Lewandowski wird zum Problem für Bayern München"

Hamann kritisiert Stürmer scharf

"Lewandowski wird zum Problem für Bayern"

Robert Lewandowski

Zu viel Theatralik? Dietmar Hamann (r.) ist mit Robert Lewandowskis Leistungen unzufrieden. imago (2)

Der Bayern-Kader ist nicht besonders umfangreich, doch Niko Kovac ist das ganz recht. "Je mehr Spieler ich habe, desto schwieriger wird es", sagte der Trainer am Samstag. "Es ist schon ganz gut, wie wir im Moment aufgestellt sind." Er hat ja schon genug Arbeit mit denen, die da sind.

Was er meinte, war bei der 1:3-Niederlage in Leverkusen offensichtlich geworden: Thomas Müller und James, die ihre Auswechslungen mit frostigen Blicken quittierten; oder Robert Lewandowski, der sich einmal mehr gestenreich beim Mitspieler, in diesem Fall Kingsley Coman, beschwerte, als dieser lieber abzog als auf ihn, dem Torjäger, querzulegen. Sekunden später fiel trotzdem das 1:0, nur durch den aufgerückten Leon Goretzka.

Hamann vermisst Lewandowskis Wert fürs Team, wenn er keine Tore macht

Es war eine Szene, die Dietmar Hamann in seiner Meinung bestärkte. Diese lautet: "Ich glaube, dass Lewandowski zum Problem für Bayern München wird: Seine Theatralik, sein Abwinken, sein zum Teil lustloses Verhalten auf dem Platz. Ich glaube, es ist offensichtlich, dass er ein Einzelgänger ist", sagte der TV-Experte am Sonntagabend bei "Sky90". "Das hat immer gut funktioniert, weil er Tore gemacht und auch, wenn er keine Tore gemacht hat, einen Wert für die Mannschaft hatte." Doch im Moment sei das "nicht gegeben. Ich glaube, dass er auch in der Mannschaft zum Teil umstritten ist."

Denn "diesen Lewandowski von vor drei oder vier Jahren, der hinter die Abwehrreihen geht, der die langen Bälle runterholt und die Außenstürmer und Mittelfeldspieler ins Spiel bringt, den sehe ich seit langer Zeit nicht mehr." Und dass er zwölf Bundesliga-Tore auf dem Konto hat und die Champions-League-Torjägerliste mit acht Treffern in sechs Spielen anführt? Bei den Toren müsse man sehen, "gegen wen er die gemacht hat", lässt sich Hamann nicht beirren. "In den entscheidenden Champions-League-Spielen der letzten Jahre hat er die Tore nicht gemacht." Sein einstiger "Einfluss auf Spiele" sei verschwunden, wenn es "um die Wurst" gehe.

"Ich würde mir überlegen, einen ersten Stürmer zu holen, keinen zweiten"

Darum rät Hamann seinem Ex-Klub auch zum baldigen Verkauf des 30-jährigen Angreifers mit Vertrag bis 2021. "Ich würde mir (im kommenden Sommer, d.Red.) ernsthaft überlegen, einen ersten Stürmer zu holen, keinen zweiten. Das würde natürlich heißen, dass du ihn abgibst." Wobei es weltweit momentan einen "unglaublichen Mangel an Topstürmern" gebe und Ersatz entsprechend schwer zu bekommen wäre.

Er will immer als der drittbeste Spieler der Welt gesehen werden - davon ist er meilenweit entfernt.

Dietmar Hamann über Robert Lewandowski

Bei Lewandowski aber sieht Hamann inzwischen "Anspruch und Wirklichkeit sehr weit" auseinanderklaffen: "Er will immer als der drittbeste Spieler der Welt gesehen werden - davon ist er meilenweit entfernt. Da gibt es im Moment fünf, sechs oder zehn, die an ihm vorbeigezogen sind."

In den kommenden Wochen, wenn die Achtelfinalduelle gegen Liverpool in der Champions League warten, kann Lewandowski Hamann eines Besseren belehren. Gegen Benfica, Ajax und Dortmund, die vielleicht schwersten Bayern-Gegner der bisherigen Saison, schnürte er in den letzten Wochen bereits Doppelpacks.

jpe

Bilder zur Partie Bayer 04 Leverkusen - Bayern München