Dardai prognostiziert gegen die Bayern ein Elfmeterschießen

Selke: "Das ist ein Ausnahmespiel für uns"

Knappe Kiste: VfL-Keeper Koen Casteels verhindert den Treffer von Davie Selke.

Knappe Kiste: VfL-Keeper Koen Casteels verhindert den Treffer von Davie Selke. imago

In der Bundesliga sind die Berliner seit vier Spielen gegen den FC Bayern unbesiegt. Daraus zieht Trainer Pal Dardai seine Zuversicht für die schwere Aufgabe am Mittwoch: "Gegen Bayern haben wir es immer gut hingekriegt, keine großen Räume gegeben und wichtige kreative Spieler aus dem Spiel genommen. Wichtig ist, dass du kein Weitschuss- und kein Standardtor kassierst." In der Hinrunde hatte der Hauptstadt-Klub Ende September dem Rekordmeister die erste Saison-Niederlage zugefügt (2:0), Vedad Ibisevic und Ondrej Duda trafen seinerzeit. Auch im Pokal, wo die Berliner seit Jahren die Sehnsucht nach dem Finale im eigenen Wohnzimmer umtreibt, rechnet sich Dardai für seine Mannschaft einiges aus: "Je mehr Zeit vergeht, umso mehr Chancen hast du zu gewinnen. Ich erwarte gegen Bayern ein Spiel über 120 Minuten und Elfmeterschießen."

Bis dahin muss die Niederlage gegen Wolfsburg aus den Köpfen raus. "Das müssen wir abhaken und gegen Bayern voller Mut reingehen", fordert Niklas Stark. "Das ist ein Plus-Spiel." Auch Angreifer Selke ist voller Vorfreude: "Das ist ein Ausnahmespiel für uns. Wenn der Rekordmeister kommt, ist ausverkauftes Haus und ein wichtiges Spiel für uns und für die Fans. Darauf freuen wir uns."

Auf Hertha warten "heftige" Wochen

Selke hätte gegen Wolfsburg in der 90. Minute um ein Haar den Ausgleich und sein erstes Tor seit dem 10. November (1:4 in Düsseldorf) erzielt, VfL-Keeper Koen Casteels verhinderte reaktionsschnell ein Erfolgserlebnis für den Stürmer. Von Dardai gab es am Sonntag keinen Vorwurf wegen der ausgelassenen Möglichkeit, sondern ein Lob: "Davie ist nicht schuld. Er hat da eine sehr gute Entscheidung getroffen, eine sehr gute Körpersprache gezeigt, hat nicht gezögert. Der Torwart hat gut gehalten." Somit nimmt der U-21-Europameister das Warten auf sein ganz persönliches Erfolgserlebnis mit in die neue Woche, die mit dem FC Bayern (Pokal/H) am Mittwoch und Borussia Mönchengladbach (Liga/A) am Samstag zwei äußerst anspruchsvolle Aufgaben bereithält. Auch danach wird es mit Bremen (16.2./H) und abermals dem FC Bayern (23.2./A) nicht einfacher. "Die nächsten Wochen werden heftig", sagt Fabian Lustenberger.

Dardai wählt Klare Worte Richtung Plattenhardt

Das Gute daran: Hertha ist schnell wieder gefordert - und gezwungen, das Wolfsburg-Spiel zügig abzuhaken. "Die ersten 30 Minuten" fand Selke "waren gar nicht gut von uns - wir haben nicht wie gewohnt die zweiten Bälle bekommen, dabei ist das eigentlich immer unsere Stärke. Gegen Ende der ersten Halbzeit war es besser, das Ende der zweiten Halbzeit war top." Das ist der Maßstab für den Mittwoch. Ob Mittelfeldspieler Arne Maier, der am Samstag einen Tritt in den Unterlaub abbekam, rechtzeitig fit wird, ist offen. Veränderungen bei System und Personal sind zu erwarten. Vor allem die linke Seite lässt Dardai grübeln. Marvin Plattenhardt, der nach schwankenden Leistungen in der Hinrunde 2019 neu angreifen wollte, fehlt weiterhin die gewohnte Selbstverständlichkeit im Spiel. Dardai fand am Sonntag klare Worte: "Da muss man mehr investieren, mehr Laufwege und mehr Mut. Wir werden schauen, wie wir das in Zukunft machen."

Damit könnte dem WM-Fahrer im Pokal gegen die Bayern das gleiche Los drohen wie in der Liga Ende September: Damals saß Plattenhardt zur eigenen Überraschung auf der Bank – und Maximilian Mittelstädt verteidigte links in der Viererkette zuverlässig. Allerdings sitzt Dardai aktuell in der System-Falle: Mit dem 3-5-2 tat sich seine Mannschaft gegen Wolfsburg wie zuvor gegen Schalke (2:2) schwer – aber für das von ihm favorisierte 4-2-3-1, mit dem Hertha im September die Bayern schlug, fehlen ihm mit Mathew Leckie (Muskelverletzung im Oberschenkel) und Javairo Dilrosun (Wirbelblockade im Rücken) zwei wertvolle Optionen für die offensive Außenbahn.

Steffen Rohr

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