Wolfsburg: William verliert seinen Stammplatz - Labbadia lobt

Vorbild Verhaegh - "Das ist Professionalität"

Paul Verhaegh

Abgesehen von dem Kopfballduell meist Herr der Lage: Paul Verhaegh. imago

Die Leistung war solide. Paul Verhaegh, der in dieser Saison zuvor erst einmal zum Einsatz gekommen war, sorgte in Berlin vor allem für Stabilität auf der rechten Wolfsburger Abwehrseite und hatte so seinen Anteil am Zu-null-Spiel in der Hauptstadt. Einmal hatte der Niederländer im Kopfballduell mit Herthas Marko Grujic in brenzliger Situation das Nachsehen, ansonsten war er Herr der Lage. Keine Selbstverständlichkeit, schließlich fehlt dem Routinier die Spielpraxis, zudem muss der Frust in den vergangenen Wochen und Monaten groß gewesen sein. Und gerade deshalb bekommt der 35-Jährige ein Extralob seines Trainers.

"Ich habe einen Riesenrespekt vor Paul und davor, wie er mit der Geschichte umgegangen ist", sagt Bruno Labbadia. Lange hielt der Coach am häufig wackeligen William fest, weil dieser vermeintlich besser zur offensiven und mutigen Spielidee des VfL passt. "Ich bin extrem ehrlich mit Paul umgegangen", erläutert Labbadia. Bei aller Verärgerung über seine Situation habe sich Verhaegh nicht hängen lassen. "Nur, weil er es so angenommen hat, konnte er auch so spielen", lobt Labbadia. "Das ist Professionalität. Da können sich auch junge Spieler mal etwas abgucken."

Spielersteckbrief Verhaegh

Verhaegh Paul

Verhaegh als Vorbild. Und künftiger Rechtsverteidiger in der Labbadia-Elf? "Das kann ich noch nicht sagen", antwortet der Coach, der dem degradierten William in Berlin mit dessen Einwechslung in der Schlussphase zumindest das Signal gab, dass er ihn nicht fallen lässt. Labbadia: "Ich habe ganz offen mit ihm gesprochen, ihm gesagt, was ich jetzt von ihm erwarte und dass ich ihn weiter unterstütze." Der Punkt aber war gekommen, dass der Leistungsgedanke nicht mehr außer Acht gelassen werden konnte. "Wir haben sehr lange an William festgehalten, er hat das Vertrauen oft genug zurückgegeben. Jetzt hat er zu viele Fehler gemacht, wir hatten das Gefühl, dass sein Kopf runtergegangen ist. Es ging auch darum, ihn zu beschützen und einem anderen die Chance zu geben. Die hatte Paul verdient." Und fürs Erste auch genutzt.

Thomas Hiete

Bilder zur Partie Hertha BSC - VfL Wolfsburg