Wer könnte Lewandowski vertreten?

Zwei Optionen: Wie die Bayern ohne Back-up Wagner planen

Sandro Wagner (r.) wird für Robert Lewandowski eingewechselt

Das geht künftig nicht mehr: Sandro Wagner (r.) wird für Robert Lewandowski eingewechselt. imago

Gerade mal ein gutes Jahr ist es her, da suchte der FC Bayern nach einem Back-up für Robert Lewandowski. Eigentlich möchte der Torjäger immer spielen, Pausen sind seine Sache nicht. Was aber, wenn er doch mal müde ist oder sich verletzt? So lautete der Gedanke der Verantwortlichen beim Rekordmeister.

Kurz vor Weihnachten 2017 fanden sie mit Sandro Wagner den passenden Kandidaten. Damals noch Nationalstürmer, kam dieser aus Hoffenheim nur zu gerne zu seinem Jugendverein zurück, zwölf Millionen Euro ließen sich die Münchner den Deal kosten. Unter Jupp Heynckes spielte Wagner sogar öfter als gedacht, trug sich in der Rückrunde achtmal in die Torschützenliste ein - auch weil die Deutsche Meisterschaft längst zugunsten der Münchner entschieden war und sie sich den Luxus gönnen konnten, Lewandowski draußen zu lassen. In dieser Saison geht das bei aktuell sechs Zählern Rückstand auf Borussia Dortmund nicht.

Spielersteckbrief T. Müller

Müller Thomas

Spielersteckbrief Wagner

Wagner Sandro

Spielersteckbrief Lewandowski

Lewandowski Robert

Spielersteckbrief Gnabry

Gnabry Serge

Bundesliga - Topspieler 2018/19
Bellarabi Karim
2,70
Jovic Luka
2,70
Rebic Ante
2,75

Müller und Gnabry bieten sich als Lewandowski-Vertreter an

Unter Niko Kovac spielte Wagner seit Sommer nur noch eine Nebenrolle, in beiden Rückrundenpartien verzichtete er auf den 31-Jährigen im Kader. Nun zieht der Stürmer nach insgesamt 30 Pflichtspieleinsätzen samt zehn Toren und zwei Assists mit sofortiger Wirkung zum chinesischen Erstligisten Tianjin Teda weiter , und die Bayern stehen erneut vor der Frage, wer ihren Top-Torjäger ersetzt, falls dieser mal unpässlich sein sollte.

Zaubern sie bis zum Ende der Transferfrist am morgigen Donnerstag, 18 Uhr, nicht noch eine Überraschung aus dem Hut, bieten sich zwei Lösungen an: Thomas Müller kennt den Part in vorderster Spitze und hat diesen schon öfter ausgefüllt, auch wenn er ganz sicher nicht seine Lieblingsrolle ist. Der Weltmeister von 2014 stößt lieber in Lücken und sich öffnende Räume, als Bälle mit dem Rücken zum Tor festzumachen.

In der Champions League ist Lewandowski ohnehin nicht zu ersetzen

Die zweite Option heißt Serge Gnabry. Der dynamische Offensivspieler ist hauptsächlich für die Außenpositionen vorgesehen, hat aber in der Nationalmannschaft auch schon zentral vorne agiert. Wie Müller wäre Gnabry ein komplett anderer Stürmertyp als Lewandowski.

In den meisten Bundesligaspielen sollte es unabhängig von der Besetzung auf der Neun für die Bayern ohnehin zum Sieg reichen. Und in den großen Partien in der Champions League oder etwa gegen Borussia Dortmund ist Lewandowski qua seiner Klasse und Torquote sowieso nicht zu ersetzen. Ob ein Sandro Wagner da im Kader steht oder nicht, spielt unter diesem Aspekt keine Rolle. Letzten Endes profitieren nun beide Seiten von dem Wechsel: Bayern kassiert noch fünf Millionen Euro, Wagner wird in China fürstlich entlohnt und darf spielen.

Frank Linkesch

kicker.tv Hintergrund

"Wagner hat nicht die Qualität, um Bayern weiterzuhelfen"

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