Plug-in-Hybrid - Neue Diesel

Range Rover: Stark auch mit Strom

Range Rover P400e

Range Rover P400e: Sein Plug-in-Hybridantrieb hindert ihn nicht an geländetechnischen Herausforderungen. Hersteller

Interessant wird das neue Modell des britischen Autobauers nicht zuletzt durch die seit dem 1. Januar 2019 in Deutschland reduzierte Dienstwagensteuer. Dadurch wird nur noch die Hälfte des normalen Steuersatzes fällig. Für Fahrer, die das Fahrzeug auch privat nutzen, sind es 0,5 statt 1,0 Prozent des Brutto-preises bei allen Modellen, die mindestens 40 Kilometer elektrischer Reichweite vorweisen können.

Die beiden Karosserievarianten des Flaggschiffs von Range Rover erfüllen nun die Bedingungen, weil sie bis zu 48 Kilometer rein elektrisch (bis 137 km/h schnell) zurücklegen können. Der Antrieb "mit den zwei Herzen" unter der Haube besteht aus einem turbogeladenem Zweiliter-Vierzylinder - ein Benziner, der 300 PS entwickelt -, und einem 105 PS starken Elektromotor.

404 PS Systemleistung

Range Rover P400e

Mit Bugwelle: Range Rover P400e im tiefen Wasser. Hersteller

Die Kraft wird wie gewohnt permanent "auf alle Viere" übertragen. Beide Motoren erzeugen zusammen eine Systemleistung von 297 kW/404 PS. Im genormten Mix sollen sie 3,3 l/100 verbrauchen und stoßen nur 72 beziehungsweise 74 Gramm CO2 pro Kilometer aus. Das ist freilich eher ein theoretischer Wert, der im Alltag nur zu halten ist, wenn der Fahrer auf seinem täglichen Weg zur Arbeit nur rund 48 Kilometer unterwegs ist. Oder für die Rückfahrt am Arbeitsplatz laden kann.

An einer Ladestation wird dann das bordeigene 7-KW-Ladegerät über die Steckdose hinter dem Land-Rover-Logo an der rechten Seite des Kühlergrills angeschlossen. Die Lithium-Ionen-Batterie (13 kWh) lässt sich per Multifunktionskabel und 32 Ampere in rund drei Stunden befüllen, an der Haushaltssteckdose geht es, am besten über Nacht, in etwa acht Stunden.

Elektrische Energie für die Stadt

Werden die beiden Range Rover-Varianten gefordert, zum Beispiel auf längeren Autobahnstrecken, genehmigt sich der Benziner freilich mehr. Dann können es neun oder zehn Liter Super werden, aber in der Praxis sind sieben Liter auf 100 Kilometer "drin", wenn das 2,4 Tonnen schwere Gefährt zurückhaltend bewegt wird. Vor allem dann, wenn der Kunde nicht überwiegend Langstrecke fährt, kann er den Hybrid als sparsame Alternative zum konventionellen Benziner und Diesel entdecken. Je nach Fahrsituation wird beim Ausrollen und speziell beim Bremsen fleißig rekuperiert, das heißt, Bremsenergie in den Akku gespeist. Per Save-Mode kann der Fahrer zudem elektrische Energie für die Stadt aufsparen, weil dann über Land nur der Verbrenner arbeitet. In der City ist man dann vor Ort absolut sauber unterwegs.

Range Rover und Range Rover Sport lassen sich auch in der Version mit dem zusätzlichen Antriebselement zügig um die Kurven steuern. Besser, soll heißen von der Straßenlage stabiler, liegt jedoch der "Sport". Durch die Hybridtechnik an Bord sinkt allerdings das Gepäckraumvolumen von 900 Liter auf 802 Liter, beim "Sport" von 780 auf 703 Liter.

Range Rover P400e Cockpit

Feines Leder, edle Hölzer: Die Inneneinrichtung ist auch beim Plug-in ausgesprochen edel geraten. Hersteller

Das lässt sich gewiss angesichts der verbleibenden Größe des Stauraums verschmerzen. Einen anderen Punkt muss der Käufer je nach Einsatzart des edlen Fahrzeugs abwägen, denn der Range Rover P400e kostet immerhin schlappe 120.000 Euro, beim "Sport" sind es 88.000 Euro.

Mild-Hybrid für den Evoque

Der Range Rover mit Plug-in Hybrid ist ein erster Schritt. Auch der demnächst zur Auslieferung kommende neue Land Rover Evoque wird teilweise elektrisch angetrieben, allerdings mit einem Mild-Hybrid, der nicht eigenständig elektrisch fahren kann, sondern nur den Verbrenner unterstützt. Alle neuen Modellreihen können laut Ralf Speth, Chef von Jaguar und Land Rover, ab 2020 mit elektrifiziertem Antrieb geliefert werden.

Für Vielfahrer liefern die Briten den V6-Twinturbo-Diesel künftig in drei Leistungsstufen von 183 kW/249 PS bis 225 kW/306 PS. Der Range Rover Velar erhält den überarbeiteten Dreiliter-V6, einen leistungsmäßig angehobenen Diesel, der starke 202 kW/275 PS und stramme 625 Newtonmeter Drehmoment auf die Kurbelwelle wuchtet. Im Übrigen erfüllen nun sämtliche Benzin- und Dieselmotoren von Land Rover die Euro-6d-Temp-Abgasnorm und sind mit Partikelfilter ausgerüstet.

Ingo Reuss

Range Rover P400e , P400e Sport in Kürze:

Wann er kommt: Ist bereits bestellbar

Wen er ins Visier nimmt: Volvo XC90 Plug-in-Hybrid, Porsche Cayenne E-Hybrid

Was ihn antreibt: Zweiliter-Vierzylinder-Benziner mit 300 PS, Elektromotor mit 105 PS, Systemleistung 404 PS

Was er kostet: Ab 120.000 Euro, P400e Sport ab 88.000 Euro