Rekordumsätze und der Pokalsieg in der Dauerschleife

Eintracht-Boss Fischer: "Kein Bundesligist ist stärker gewachsen"

Eintracht-Präsident Peter Fischer

Denkt beim Duschen an den Pokal-Triumph 2018: Eintracht-Präsident Peter Fischer. imago

Die Andenken an den größten Tag 2018 hatte Präsident Peter Fischer neben sich stehen - und immer noch am rechten Arm. "Ich erinnere mich bis heute beim Duschen und beim Zähneputzen immer an diesen Pokalsieg, weil ich bis heute das Eintrittsband am Arm habe. Ich hoffe, das hält noch ein bisschen. Ich wasche diesen Teil meines Körpers übrigens nicht besonders sorgfältig."

Der DFB-Pokal auf dem Podium der Wolfgang-Steubing-Halle am Riederwald erinnerte auch die anwesenden 523 Mitglieder an den 19. Mai, der natürlich auch auf der jährlichen Versammlung immer wieder ein Thema war.

Das Ziel: "Magische Mauer" von 100.000 Mitgliedern

Eine Folgeerscheinung nicht nur des sportlichen Erfolges verkündete Fischer stolz: Die Mitgliederzahl des Vereins steigt weiter rasant: Waren es 2015 noch 30.000 Mitglieder wurde bereits im September 2018 das 60.000 Mitglied geehrt, Ende Januar 2019 sind es schon 67.500. "Kein Bundesligist ist stärker gewachsen", sagte Fischer und ergänzte, halb im Scherz: "Oberbürgermeister wird in dieser Stadt nur noch jemand, der die Stimmen von Eintracht Frankfurt hat." Das große Ziel bleibe die "magische Mauer" von 100.000 Mitgliedern.

Finanzvorstand Axel Hellmann sprach von einem der "herausragenden Jahre in der Geschichte des Klubs" und erwähnte in der Rückschau auf 2018 zusätzlich zum Pokalsieg unter anderem die Positionierung von Präsident Fischer gegen die AfD, das Montagspiel gegen RB Leipzig, den Weggang von Niko Kovac, das Aus im DFB-Pokal beim Regionalligisten Ulm, die Festtage rund um die sechs gewonnenen Vorrundenspiele in der Europa League mit einer Rekordzahl als Auswärtsfans und die fünf Treffer von Luka Jovic gegen Fortuna Düsseldorf. Profitrainer Adi Hütter hatte bei seiner kurzen Begrüßungsrede bereits großen Applaus erhalten.

Gleichzeitig waren die Verantwortlichen bemüht, die durch die große Euphorie gestiegenen Erwartungen zu dämpfen. "Wir müssen aufpassen, dass die Erfolge nicht selbstverständlich werden, dass nicht alles jenseits eines Europapokaplatzes eine große Enttäuschung wäre. Wir müssen die Kirche im Dorf lassen", sagte Hellmann. Der Verein habe in sportlicher und wirtschaftlicher Hinsicht überperformt".

Rekordumsatz von "mindestens 160 Millionen ohne Transfererlöse"

Denn auch finanziell hatte die Versammlung positive Nachrichten zu bieten. Im vergangenen Geschäftsjahr vom 1. Juli 2017 bis zum 30. Juni 2018 erwirtschaftete der e.V. einen Gewinn von 339.000 Euro, teilte Vizepräsident Thomas Förster mit. Die Fußball-AG ist seit Juli 2000 ausgegliedert und hatte nach der Pokalsieger-Saison bereits einen Umsatz von rund 140 Millionen Euro vermeldet, 120 Millionen davon ohne Transfererlöse. Für das laufende Geschäftsjahr prognostizierte Hellmann einen Rekord-Umsatz von "mindestens 160 Millionen ohne Transfererlöse".

Geehrt wurden zudem die erfolgreichen Aktiven aus den 18 verschiedenen angebotenen Sportarten. Die Hammerwerferinnen Betty Heidler (35) und Kathrin Klaas (34) sowie Siebenkämpferin Carolin Schäfer (27) erhielten die Ehrenplaketten in Gold, Klaas zusätzlich die lebenslange Eintracht-Mitgliedschaft. Auch die erfolgreichen Triathleten, Cheerleader und die Tischfußballer, die Ende des vergangenen Jahres die Champions League gewonnen hatten, wurden geehrt.

Der Pokal auf dem Podium muss übrigens in wenigen Tagen an den DFB zurückgegeben werden. Um auch auf den kommenden Versammlungen ein Andenken zu haben, übergaben die AG-Vorstände Hellmann, Fredi Bobic und Oliver Frankenbach zusammen eine Kopie der Trophäe an Präsident Fischer, die zukünftig am Riederwald ausgestellt werden soll.

Patrick Kleinmann

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