TSG-Trainer registriert die "besten Einheiten seit einem Jahr"

Nagelsmann: "Es ist an der Zeit, unzufrieden zu sein"

Julian Nagelsmann

"Vor allem am Dienstag hat es richtig geraucht": Julian Nagelsmann. imago

Im fünften Jahr spielt Oliver Baumann nun schon für Hoffenheim und hat für die TSG mittlerweile deutlich mehr Spiele absolviert (152) als für seinen Heimatverein SC Freiburg (131). "Ich bin dort groß geworden, habe das Fußballspielen gelernt und eine gewisse Erziehung genossen. Dafür bin ich nach wie vor total dankbar. Aber irgendwann kam die Zeit für den nächsten Schritt. Eine andere Ebene, auf der ich meine Ziele besser verfolgen kann", erinnert sich der in Breisach, vor den Toren Freiburgs geborene Torhüter, "der damalige Plan ist aufgegangen. Ich wollte zu einem Klub, der sich das internationale Geschäft zum Ziel setzt. Und die TSG hat sich seither enorm entwickelt. Auch durch Julian gab es noch mal einen Schub in eine neue Region."

Doch all den Erfolgen der letzten Jahre zum Trotz reist Baumann diesmal mit einigen Sorgen im Gepäck Richtung Heimat. Schließlich wartet die TSG schon seit neun Pflichtspielen auf einen Sieg. Und droht, den Anschluss nach oben zu verlieren und die erneute Qualifikation für Europa zu verpassen. Zudem wäre Baumanns nächste Niederlage seine 100. in der Bundesliga, ein unangenehmes Jubiläum, das sehr ungelegen käme, an alter Wirkungsstätte sowieso. Auch andere Vorzeichen sind bedenklich: In den letzten sieben Heimspielen hat der SC gegen Hoffenheim nie verloren (3 Siege, 4 Remis), gar 13 Heimspiele ist es her, dass die Breisgauer gegen die Kraichgauer torlos blieben.

Spielersteckbrief Baumann
1

Baumann Oliver

TSG Hoffenheim

Deutschland

Spielerprofil
die letzten 10 Spiele - TSG Hoffenheim
Mainz (A)
4
:
2
Bremen (H)
0
:
1
Gladbach (A)
2
:
2
Wolfsburg (H)
1
:
4
Schalke (A)
2
:
5
Hertha (H)
2
:
0
Augsburg (A)
0
:
4
Leverkusen (H)
4
:
1
Stuttgart (A)
1
:
1
Nürnberg (H)
2
:
1
alle Termine
Trainersteckbrief Nagelsmann

Nagelsmann Julian

TSG 1899 Hoffenheim

Deutschland

Trainersteckbrief

Es war unfassbar gallig und giftig, manchmal auch einige Prozentpunkte drüber, wo mal einer in den Fangzaun gegrätscht wurde.

Julian Nagelsmann über das TSG-Training

Allerdings scheint die aktuelle Erfolgslosigkeit bei den Hoffenheimern nicht lähmenden Frust, sondern aggressive Angriffslust auszulösen. Trainer Julian Nagelsmann berichtet jedenfalls von den "besten Trainingseinheiten diese Woche seit einem Jahr. Es war unfassbar gallig und giftig, manchmal auch einige Prozentpunkte drüber, wo mal einer in den Fangzaun gegrätscht wurde. Vor allem am Dienstag hat es richtig geraucht, danach haben sich alle wieder die Hand gegeben." Hoffenheim will mit aller Macht den derzeitigen Trend umkehren. "Ich glaube, dass die Mannschaft realisiert hat, dass es an der Zeit ist, unzufrieden zu sein", hat Nagelsmann festgestellt, "wir haben einen total uninteressanten Tabellenplatz, der keinen Menschen interessiert im grauen Mittelfeld. Da muss man unzufrieden sein, das muss man auch spüren." Vor allem der Gegner. "Das brauchen wir auch in Freiburg, weil die gegen uns immer besonders motiviert sind."

Nagelsmann fehlt der Dreier im Breisgau

Zweimal hat sich Nagelsmann dort versucht, nie gewonnen. Letzte Saison setzte es nach einer 1:0-Führung durch das erste Bundesligator von Robin Hack am Ende eine 2:3-Niederlage. Im Jahr davor glich Andrej Kramaric immerhin noch zum 1:1 aus, nachdem Maximilian Philipp einen von Baumann parierten Strafstoß im Nachschuss zur Freiburger Führung versenkt hatte.

Einsatzverbot für TSG-Leihgabe Grifo

Damals wurde ein gewisser Vincenzo Grifo für Freiburgs Torschützen eingewechselt. Das wird diesmal nicht passieren, obwohl Grifo wieder in Freiburg spielt, diesmal als Hoffenheimer Leihgabe und deshalb mit einem vereinbarten Einsatzverbot für diese Partie belegt (der kicker berichtete exklusiv). Zu dieser Abmachung wollte sich Nagelsmann nicht weiter äußern. "Es gab drei Parteien, die haben sich darauf geeinigt, damit ist für mich das Thema erledigt."

Michael Pfeifer