Wolfsburg würde gerne, kann aber aktuell keinen Ginczek-Ersatz verpflichten

Bruma, Ntep und die Transferblockade

In dieser Saison noch nicht eine Bundesligaminute: Die Wolfsburger Jeffrey Bruma und Paul-Georges Ntep (re.).

In dieser Saison noch nicht eine Bundesligaminute: Die Wolfsburger Jeffrey Bruma und Paul-Georges Ntep (re.). imago

Gespielt hat das Trio in dieser Saison noch nicht eine Bundesligaminute. Jeffrey Bruma, Paul-Georges Ntep und Marvin Stefaniak spielen in den sportlichen Planungen des VfL Wolfsburg keine Rolle mehr, sie dürfen den Klub wie schon im Sommer verlassen. Der Haken: Noch immer ist nichts passiert, in diesem Winter wurden lediglich Paul Seguin (Leihe an SpVgg Greuther Fürth) und Jakub Blaszczykowski (Vertrag aufgelöst) aus dem Kader gestrichen. Dieser Umstand blockiert den VfL aktuell auch dabei, einen möglichen Ersatz für den verletzten Daniel Ginczek zu verpflichten.

Labbadia: "Wir können nicht so, wie wir es normalerweise machen würden"

Auf kicker-Nachfrage bestätigt Bruno Labbadia: "Wir haben klare Vorgaben vom Verein. Die lauten, dass es schwierig ist, einen Spieler zu verpflichten." Neben der Frage nach verfügbaren Alternativen und der Integrierbarkeit eines potenziellen Neuzugangs sei es entscheidend, so der Trainer, "dass wir nicht so können, wie wir es normalerweise machen würden".

Spielersteckbrief Ginczek

Ginczek Daniel

Spielersteckbrief Bruma

Bruma Jeffrey

Spielersteckbrief Ntep

Ntep Paul-Georges

Spielersteckbrief Stefaniak

Stefaniak Marvin

Trainersteckbrief Labbadia

Labbadia Bruno

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"Das sind Dinge, die jeder Spieler für sich entscheiden muss"

Weil Spieler wie Bruma oder Ntep, gewiss keine Geringverdiener im VfL-Kader, noch immer da sind - was ihr gutes Recht ist. Auf der anderen Seite befinden sich die Karrieren der Wechselkandidaten aktuell in einer Sackgasse. "Das sind Dinge, die jeder Spieler für sich entscheiden muss", sagt Ex-Profi Labbadia. "Ich persönlich wollte immer spielen."

Zu einem Wechsel gehören jedoch immer drei Parteien. Der Spieler selbst, der abgebende und der aufnehmende Verein. "Es gibt verschiedene Punkte", sagt Labbadia, "es ist auch eine Frage der Nachfrage." Und der Einigung zwischen dem VfL und dem Spieler. Nach kicker-Informationen war es in der Vergangenheit nicht selten so, dass Spieler, die den Verein verließen, komplett ausgezahlt wurden. Das ist jedoch, seit Geschäftsführer Jörg Schmadtke und Sportdirektor Marcel Schäfer das Sagen haben, nicht mehr so. Auch von den Spielern, die ihre Karriere auf dem Rasen fortsetzen wollen, wird ein Entgegenkommen erwartet. "Wir müssen abwarten, ob noch etwas passieren könnte in dieser Woche", erklärt Labbadia. "Aber es liegt natürlich an den Spielern selber."

Labbadias Engpässe

Nur wenn sich auf der Abgabeseite noch etwas tut, könnte der VfL, so stellt es sich dar, selbst noch einmal investieren. Es sieht jedoch aktuell danach aus, als müsste der Trainer mit dem vorhandenen Spielermaterial auskommen. Was in der Offensive angesichts des Ginczek-Ausfalls, der drohenden Gelbsperre von Wout Weghorst (vier Gelbe Karten) und der diesjährigen Verletzungsanfälligkeit Admir Mehmedis zu Engpässen führen könnte. Labbadia: "Wir wissen, dass wir in diesem Bereich eine dünne Decke haben. Wenn uns die Spieler ausfallen, die Tore schießen können, wäre das ein Problem. Wir müssen es mit dem Kader lösen, den wir haben." Ein sportliches Risiko auf der einen Seite. Beim VfL Wolfsburg, der aufgrund des Diesel-Skandals bei Eigner Volkswagen weniger Mittel zur Verfügung hat als zu früheren Zeiten, mittlerweile aber auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit.

Thomas Hiete

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