Wolfsburg verschenkt den Sieg auf Schalke und ärgert sich

Schmadtke: "...dann muss die Post abgehen"

VfL-Geschäftsführer Jörg Schmadtke

Unzufrieden: VfL-Geschäftsführer Jörg Schmadtke. imago

Eigentlich hätte er platzen müssen vor Glück. Elvis Rexhbecaj, dem vor ein paar Jahren nur die wenigsten den Sprung in die Bundesliga zugetraut hatten, ist mittlerweile eine feste Größe im Wolfsburger Kader. Und nach seinem Bundesligadebüt im Februar 2018 ist er nun auch Torschütze im deutschen Oberhaus. Sein Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1 war sein erstes Tor im 16. Bundesligaspiel. Am Ende aber überwog die Enttäuschung angesichts einer völlig unnötigen Niederlage. "Persönlich", sagt Rexhbecaj, "freue ich mich über das Tor, aber ich hätte lieber kein Tor gemacht und dafür die drei Punkte geholt, die machbar waren."

Der VfL dominierte den ersten Durchgang, ließ sich auch durch den frühen Rückstand nicht aus dem Rhythmus bringen, versäumte es jedoch, selbst in Führung zu gehen. So gut der erste Durchgang war, so sehr enttäuschte die Mannschaft nach dem Seitenwechsel. "Es ist total schade", trauerte Trainer Bruno Labbadia den vergebenen Chancen von Yannick Gerhardt (27.) und Wout Weghorst (66.) hinterher - sie versäumten jeweils den notwendigen Querpass und schlossen selbst schwach ab.

Dann muss im Mittelfeld die Post abgehen. Da müssen wir zielstrebiger und klarer werden in den Aktionen.

Geschäftsführer Jörg Schmadtke

Im Mittelfeld hingegen spielte das Team nach dem Seitenwechsel lieber quer statt diagonal oder vertikal. Die Geschwindigkeit ging verloren, Schalke übernahm das Kommando. Das über die gesamte Zeit gute Aufbauspiel der Wolfsburger Hintermannschaft inklusive des mal wieder starken Koen Casteels brachte so nichts mehr. Denn, so Geschäftsführer Jörg Schmadtke: "Dann muss im Mittelfeld die Post abgehen. Da müssen wir zielstrebiger und klarer werden in den Aktionen. In der zweiten Halbzeit haben wir das gar nicht mehr gemacht, da haben wir nur noch quer gespielt." Und dem Gegner die Punkte überlassen.

Und so waren sie alle enttäuscht, die Wolfsburger. Einzig Rexhbecaj durfte sich zumindest ein klein wenig freuen. Das Spiel auf Schalke wird er nicht vergessen. "Zu Hause freue ich mich bestimmt mit meiner Familie, aber die Enttäuschung über die Niederlage überwiegt, weil sie unnötig war."

Thomas Hiete