Italiener droht wochenlange Zwangspause

Verratti-Aus "das Schlimmste": Tuchel trotz 9:0 am Boden

PSG-Trainer Thomas Tuchel

Völlig bedient von der Verletzung Marco Verrattis: PSG-Trainer Thomas Tuchel. imago

Thomas Tuchel war bedient. Der erwartbare Heimsieg gegen EA Guingamp hellte seine Miene keineswegs auf, dabei hatten seine Offensiv-Juwelen Neymar, Cavani und Mbappé den Gegner nach allen Regeln der Kunst zerlegt und mit 9:0 nach Hause geschickt. Die Revanche für das Aus im Ligapokal vor zehn Tagen gegen das Schlusslicht der französischen Ligue 1 war mehr als gelungen.

Nein, die Gedanken des PSG-Trainers kreisten scheinbar alleinig um Marco Verratti und dessen verletzungsbedingte Auswechslung in der 19. Minute. "Er ist schwer verletzt. Das ist das Schlimmste, was passieren konnte", sagte der Ex-Trainer von Borussia Dortmund über den italienischen Mittelfeldspieler.

Ohne Marco wird es für uns ein komplett anderes Spiel. Das ist echt hart.

Thomas Tuchel

Was war passiert? Nach einem eher harmlos aussehenden Zweikampf mit Guingamps Felix Eboa Eboa konnte Verratti nur noch humpeln und musste mit schmerzverzerrtem Gesicht runter. Der frühere PSG-Profi hatte den Passgeber der Pariser am linken Sprunggelenk getroffen, er stieg ihm nach der Landung quasi auf den Knöchel, so dass dieser umknickte. "Es kann gut sein, dass er ein paar Wochen ausfällt. Das macht mich sehr traurig - und das ändert alles. Ohne Marco wird es für uns ein komplett anderes Spiel. Das ist echt hart."

Tuchels Sorgen beziehen sich vor allem auf die Aufgaben in der Königsklasse, der abermalige Titelgewinn der französischen Meisterschaft ist nach 17 Siegen und zwei Remis bei 13 Zählern Vorsprung vor Lille (zwei Spiele mehr ausgetragen) schon jetzt quasi eingetütet. In der Champions League wartet allerdings das wiedererstarkte Manchester United, das unter dem Mourinho-Nachfolger Ole Gunnar Solskjaer sieben Siege in sieben Pflichtspielen eingefahren hat.

Neue Diskussionen um Weigl?

Mit dem möglicherweise längerfristigen Ausfall von Verratti wird die Suche nach einem Ersatz neue Diskussionen entfachen. Schon seit Wochen lässt der der Coach der Hauptstädter durchblicken, wie sehr er an seinem ehemaligen Schützling Julian Weigl interessiert ist. Die Haltung der Dortmunder in dieser Personalie war in den vergangenen Wochen allerdings auch immer eindeutig. Der BVB will ihn nicht abgeben – zumal der gelernte Sechser bei den Borussen beim 1:0 in Leipzig die Rolle des Ersatz-Innenverteidigers sehr überzeugend spielte .

bst