Dortmund: Aktuell stehen 29 Profis zur Verfügung

Zorc: Kader verkleinern, aber nicht um jeden Preis

BVB-Sportdirektor Michael Zorc.

Wartet auf Bewegung auf dem Transfermarkt: BVB-Sportdirektor Michael Zorc. imago

Michael Zorc ist inzwischen ein Experte darin, Nachfragen nach möglichen Transfers mit wenigen Worten ins Leere laufen zu lassen. Der BVB-Sportdirektor lässt sich nur ungern in die Karten schauen. Er weiß aus vielen Jahrzehnten Erfahrung in diesem Geschäft, dass man a) nichts ausschließen sollte und b) alles möglich ist.

Das gestern Gesagte kann dir heute auf die Füße fallen oder aber morgen zu einer schlechteren Verhandlungsposition führen. Also sagt Zorc im Zweifel lieber: Nichts. Oder solche Standardsätze wie am Donnerstag, als er in der Pressekonferenz vor dem Rückrundenauftakt in Leipzig (Samstag, 18.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) folgendes antwortete: "Es gibt immer Entwicklungen. Wir sind in dem einen oder anderen Fall in Gesprächen. Es ist noch nichts so konkret, dass wir etwas vermelden könnten." Der Grundsatz aber, den Kader zu verkleinern, der bestehe weiterhin: "Wir versuchen es."

Derzeit umfasst das Dortmunder Aufgebot 29 Spieler. Zwei Positionen veränderten sich in dieser Wechselperiode: Sebastian Rode verließ den BVB auf Leihbasis und steht in der Rückrunde für Eintracht Frankfurt auf dem Platz, Innenverteidiger Leonardo Balerdi kam von den Boca Juniors. Seine Verpflichtung, eigentlich erst für den kommenden Sommer geplant, wurde vorgezogen.

Tuchel "darf nicht über Weigl sprechen"

Relativ leicht würde sich der BVB von Julian Weigl trennen können - wenn der Klub denn wollte. Regelmäßig äußert sich der frühere Dortmund-Trainer Thomas Tuchel, inzwischen Chefcoach bei Paris St. Germain, lobend über den Sechser, den er bei der Borussia einst zur Stammkraft und Passmaschine entwickelte. Zuletzt erklärte er gegenüber RMC Sport: "Julian ist immer noch interessant. Aber ich darf nicht darüber sprechen. Julian hat für uns in Dortmund sehr gut gespielt, aber er ist immer noch deren Spieler." Und er soll es auch bleiben - der geringen Einsatzzeiten in der Hinrunde zum Trotz.

Da Abwehrchef Manuel Akanji noch einige Wochen ausfällt, Dan-Axel Zagadou nach seiner Fußprellung körperlichen Nachholbedarf hat und sich am Mittwoch zu allem Überfluss auch noch Ömer Toprak im Training eine Muskelverletzung zuzog, wird Weigl derzeit als Innenverteidiger gebraucht. Doch auch in seinem Kerngebiet als Sechser könnte er für den BVB in der Rückrunde noch wichtig werden, sollte Axel Witsel einmal pausieren müssen.

Kagawa & Co: Es fehlen die Abnehmer

Wesentlich gesprächsbereiter ist der BVB bei anderen Profis mit nur geringer bis gar keiner Perspektive auf Einsatzzeiten: So können Shinji Kagawa, der am liebsten nach Spanien wechseln würde, Dzenis Burnic, Alexander Isak und Jeremy Toljan den Klub verlassen. Allein die Suche nach Abnehmern gestaltet sich bislang schwierig.

Damit allerdings steht die Borussia derzeit nicht alleine da. Zwei Wochen vor dem Ende der Transferperiode II ist noch nicht viel Bewegung reingekommen in den Winter-Wechselmarkt - national wie international. Das allerdings wird sich in den kommenden Tagen mit hoher Wahrscheinlichkeit ändern. Und vielleicht gibt es dann ja auch für den so zurückhaltenden Zorc etwas Konkretes zu vermelden.

Matthias Dersch

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