Bundesliga

FSV Mainz - Riedle Baku über Berater: "Sie kommen auf dich zu wie die Haifische"

Mainz-Youngster blickt auf die Anfänge als Profi zurück

Baku: "Sie kommen auf dich zu wie die Haifische"

Riedle Baku

Vom NLZ zu den Profis: Riedle Baku. imago

Der Weg von Ridle Baku in die Bundesliga führt über eine Autobahn-Raststätte. Am Vormittag des 29. April 2018 ist der Mittelfeldmann schon auf dem Weg nach Freiburg, wo er für die U 23 auflaufen soll. Weil Danny Latza aber kurzfristig ausfällt, beordert ihn Cheftrainer Sandro Schwarz in den Profikader. An einer Raststätte wird Baku von Teammanager Darius Salbert abgeholt und zurück nach Mainz chauffiert. Keine vier Stunden später absolviert er sein Bundesligadebüt gegen RB Leipzig. Nach fatalen Fehlpässen in der Anfangsphase trifft er am Ende sogar zum 3:0. Eine verrückte Geschichte. Mittlerweile hat Baku 13 Bundesligaspiele absolviert und sagt im Rückblick: "Das sind Momente, die man nicht vergisst. Es ging alles sehr schnell. Aber im Fußball geht es immer weiter. Ich muss mich immer wieder neu beweisen."

Seit der E-Jugend hat Baku sämtliche Schritte im Mainzer Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) durchlaufen. Heute ist der Youngster aus dem Profikader nicht mehr wegzudenken. Im Vergleich zu den U-Teams habe er bei Schwarz zwar nichts völlig Neues gelernt, da die Philosophie des Vereins über alle Mannschaften hinweg die gleiche sei. "Trotzdem", so Baku, "muss man sich als junger Spieler erst mal durchbeißen."

Spielersteckbrief R. Baku

Baku Ridle

Trainersteckbrief Schwarz

Schwarz Sandro

Die Jagd der Berater: "Sie machen dir große Versprechen"

Besonders in Erinnerung geblieben sind ihm die zahlreichen Anfragen von Beratern, die unmittelbar nach dem Bundesligadebüt auf ihn einprasselten: "Wenn man es geschafft hat, kommen sie wie die Haifische auf dich zu, wollen Vertrauen aufbauen und machen dir große Versprechen." Trotz des immensen Drucks nicht die Bodenhaftung zu verlieren, "darauf kommt es an", betont Baku. Denn wie schnell es wieder in die negative Richtung gehen kann, musste der gebürtige Mainzer jüngst am eigenen Leib erfahren. Am 8. Spieltag zog er sich einen Syndesmoseriss zu, verpasste sieben Partien in Folge. Deshalb versichert er: "Als junger Spieler will man einfach nur Fußball spielen. Es zählt nur das Hier und Jetzt."

Von Rouven Schröder erntet Baku, dessen Vorname an Karl-Heinz "Air" Riedle angelehnt ist, großes Lob. Der Sportvorstand sieht in ihm ein Paradebeispiel für die erfolgreiche Nachwuchsarbeit der Rheinhessen: "Es ist eine hohe Auszeichnung für unser NLZ, wenn Spieler wie Ridle in den Profikader kommen." Das allgemein erklärte Ziel sei es, so Schröder, "die Jungs intern auszubilden. Wenn wir einen externen Neuzugang holen, muss er deutlich besser sein als die Spieler, die schon da sind."

Maximilian Müller

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