DHB-Keeper Wolff findet's "ein bisschen inszeniert"

Frankreichs Schauspiel: Karabatic jetzt doch nicht nachnominiert

Nikola Karabatic

Bleibt WM-Zuschauer: Frankreichs Handball-Star Nikola Karabatic. Getty Images

Mit einem Tweet, der einer ernsten Drohung an die Konkurrenz gleichkam , meldete er sich zurück. Am Samstag stieß Karabatic völlig überraschend zur Mannschaft, am Sonntag trainierte er erstmals mit ihr. Die beiden Gruppenspiele gegen sein Heimatland Serbien (32:21) und Korea (34:23) verfolgte Karabatic dann aber von der Tribüne aus. Spätestens beim zweiten Vergleich mit dem krassen Außenseiter aus Asien war ihm aber anzumerken, dass er nur allzu gerne selbst auf der Platte gestanden hätte, um etwas zu verändern.

"Karabatic ist nicht aus der Nationalmannschaft wegzudenken", erklärte Ex-Flensburger Kentin Mahé nach der Ankunft von Karabatic in Berlin stellvertretend. Vor drei Monaten wurde Karabatic wegen eines Schiefstandes des großen Zehs am linken Fuß operiert, daraufhin hatte er seine WM-Teilnahme bereits abgesagt. Nun ist er doch da, zumindest gegen Deutschland wird der dreimalige Welthandballer aber nicht zum Einsatz kommen. Das steht seit Dienstagmorgen fest.

Bleibt die Frage: Ist die ganze Geschichte nicht einfach nur ein riesiger Bluff der Franzosen? Ganz überrascht sei Karabatics Vereinskollege Uwe Gensheimer von der Ankunft des Herzstücks von "Les Experts" nicht gewesen, obwohl Paris Saint-Germain von einer vier- bis sechsmonatigen Verletzungspause ausgegangen war. "Er hat im Dezember schon erste Laufeinheiten gemacht und bei PSG in der zweiten Mannschaft mittrainiert", plauderte der deutsche Kapitän aus.

Dinart schweigt und grinst

Als Frankreich-Coach Didiert Dinart auf der Pressekonferenz mehrfach gefragt wurde, ob Karabatic denn dann zumindest gegen Deutschland wieder spielen könne, schwieg der ehemalige Weltklasse-Verteidiger - und grinste. Offiziell gehört Karabatic noch nicht wieder zum französischen Aufgebot, doch er brennt auf einen Einsatz bei der Endrunde in Deutschland und Dänemark.

Nach dem deutschen Remis gegen Russland (22:22) am Montagabend zeigte sich DHB-Keeper Andreas Wolff zwiegespalten. "Es kann einem nicht egal sein, wenn so ein Spieler zur Mannschaft stößt", so der Schlussmann des THW Kiel am ARD-Mikrofon. Es sei dabei sicherlich "kein Zufall, dass er jetzt kommt". Für Wolff, der auch vor TV-Kameras regelmäßig ehrlich seine Meinung kundtut, "riecht das ein bisschen inszeniert".

"Im Endeffekt drei Monate nicht Handball gespielt"

Allerdings dürfe man nicht vergessen, dass Karabatic "im Endeffekt drei Monate nicht Handball gespielt hat". Das berücksichtigte wohl auch Coach Dinart, der auf seinen Anführer (noch) verzichtet. Auch so wartet auf die deutsche Mannschaft am Dienstagabend (20.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) aber eine echte Mammutaufgabe.

msc

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