Fortunas Vorstandschef setzt Rolle rückwärts mit Verzögerung

Schäfer als großer Verlierer der Funkel-Posse

"Ich kann die Wut der Menschen nachvollziehen": Fortunas Vorstandschef Robert Schäfer, rechts Lutz Pfannenstiel.

"Ich kann die Wut der Menschen nachvollziehen": Fortunas Vorstandschef Robert Schäfer, rechts Lutz Pfannenstiel. imago

Abzuwarten bleibt, wie sich diese Posse bei Fortuna Düsseldorf sportlich auswirkt. Bei einer Umfrage des kicker antworteten 66,9 % der über 20.000 teilnehmenden Leser mit "Ja" auf die Frage, ob das Funkel-Theater der Fortuna im Abstiegskampf schade.

Denkbar ist allerdings auch, dass Mannschaft, Trainerteam und Fans noch enger zusammenrücken. "Wir gehen mit diesem Trainer durchs Feuer", hat Kapitän Oliver Fink ja bereits angekündigt. "Im Team stimmt der Zusammenhalt, es spricht alles für Friedhelm Funkel."

Bitter allerdings, dass Funkel und die Fortuna zu Beginn der Rückrunde auf zwei fest eingeplante Defensivspieler verzichten müssen. Marcel Sobottka hatte sich im Testspiel gegen Emmen einen Bänderriss im Sprunggelenk zugezogen, Jean Zimmer hatte im gleichen Spiel einen Faserriss im linken Oberschenkel erlitten und muss ebenfalls wochenlang zuschauen.

Schäfer hatte das Echo offenbar völlig falsch eingeschätzt

Währenddessen bemüht sich Vereinsboss Schäfer um Schadensbegrenzung. Er habe "einen Fehler gemacht", räumte der Vorstandsvorsitzende nun in einem Gespräch mit der Rheinischen Post ein. Eine Rolle rückwärts mit Verzögerung. Offenbar hatte Schäfer das Echo auf die zunächst geplante Entscheidung, den auslaufenden Vertrag mit Funkel nicht zu verlängern, völlig falsch eingeschätzt.

Schäfer: "Ich ducke mich jetzt nicht weg"

"Ich kann die Wut der Menschen nachvollziehen", sagt er jetzt. "Ich werde jetzt aber alles dafür tun, das Vertrauen zurückzugewinnen." Und weiter: "Ich ducke mich jetzt nicht weg. Ich werde alles dafür tun, dass das gute Bild der Fortuna wiederhergestellt wird."

kicker.tv Hintergrund

Die Fortuna und die Causa Funkel - "Man muss abwarten"

alle Videos in der Übersicht

Er beteuert, es gebe "keinen Riss" zwischen ihm und dem Trainer. Aber auf der Hand liegt natürlich, dass Funkel die zunächst verweigerte Vertragsverlängerung als klares Misstrauensvotum auffassen muss, auch wenn Schäfer - nicht nachvollziehbar - das Gegenteil beteuert.

Auch Sport-Vorstand Lutz Pfannenstiel sieht in dieser Posse nicht gut aus

Ohne Not hat also Schäfer die Fortuna zur Lachnummer der Liga gemacht und ist selbst der große Verlierer in dieser Posse. Auch der neu installierte Sport-Vorstand Lutz Pfannenstiel, der während der legendären Gesprächsrunde in Marbella zu einem Wohltätigkeitsspiel in der Schweiz weilte, sieht bei diesem merkwürdigen Theater nicht gut aus.

Da kann die anstehende Vertragsverlängerung mit Funkel nur der erste Schritt sein, um wieder zu den üblichen und bewährten Abläufen zurückzufinden.

Oliver Bitter

Gänsehautmomente: Die Choreos des Jahres 2018