Bundesliga

Augsburgs Trainer Manuel Baum: Härtere Linie, alte Überzeugungen

Augsburg: Bilanz nach dem Trainingslager

Baum: Härtere Linie, alte Überzeugungen

Manuel Baum

Da geht es lang: FCA-Coach Manuel Baum gibt die Richtung vor. imago

Die Inhalte: Baum studierte nichts grundlegend Neues ein, sondern wiederholte und verfeinerte die bekannten taktischen Abläufe. Das Problem in der Hinrunde war aus seiner Sicht nicht die Mannschaftstaktik, sondern individuelle Patzer, Fehlerketten und mangelnde Konsequenz oder Cleverness in einzelnen Spielphasen. In Spanien feilte Baum vor allem an der kompakten Ordnung im Spiel gegen den Ball und am Umschaltverhalten, er legte Wert auf Wachsamkeit und entschlossene Zweikampfführung. Das Augsburger Pressing soll variabel bleiben, mal wird ganz weit vorne attackiert, mal zieht sich das Team zurück.

Der Kader: Verantwortliche und Spieler sind überzeugt von der eigenen Stärke. "Das ist mit der beste Kader, den Augsburg je hatte", sagt Baum. Entsprechend zurückhaltend ist der Trainer bei der Frage nach Transfers: "Wir sind nicht aktiv auf der Suche. Wenn sich aber die Gelegenheit ergibt, dass wir einen Spieler, den wir schon länger beobachten, bekommen können, werden wir sicher darüber nachdenken." Abgänge von Leistungsträgern hatte Manager Stefan Reuter bereits im Dezember ausgeschlossen.

Trainersteckbrief Baum

Baum Manuel

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Die Torwartfrage: Auf die auffälligste Schwachstelle hat der FCA bereits Anfang Januar reagiert: Gregor Kobel (21, Leihgabe aus Hoffenheim) soll das Torwartproblem lösen. In Spanien bewies der junge Schweizer im Training sein großes Potenzial, ihm fehlen aber Erfahrung und Spielpraxis. Im abschließenden Doppel-Test gegen Antwerpen (3:0 und 0:1) zeigte Kobel neben guten Paraden auch eine Unsicherheit beim Herauslaufen. Offiziell ist die Torwartfrage offen, aber alles spricht für Kobel. Seine Verpflichtung war ein klares Zeichen, dass der FCA von Andreas Luthe und Fabian Giefer aktuell nicht überzeugt ist.

Die Blessuren: Philipp Max (Magen-Darm-Infekt) fehlte komplett, Jeffrey Gouweleeuw und Martin Hinteregger (beide Leistenprobleme) konnten nur eingeschränkt trainieren. Die Stamm-Abwehr fiel also zu großen Teilen aus, an den Abläufen konnte meist nur mit der zweiten Garde gearbeitet werden. Am Ende der Woche mussten auch Rani Khedira (Schlag auf die Achillessehne) sowie der angeschlagene Kapitän Daniel Baier (Erkältung) pausieren. Julian Schieber (Verdacht auf Muskelfaserriss) fällt zum Start wohl aus, auch für Max und Sergio Cordova (Leistenprobleme) ist die Zeit knapp. Khedira (Gelbsperre) fehlt gegen Düsseldorf ohnehin, bei Gouweleeuw und Hinteregger ist Baum guter Dinge.

Der Trainer: Baum machte in Spanien deutlich, dass er den Umgang mit seinen Profis verschärfen und künftig eine härtere Linie fahren wird. Er wirkte auf dem Platz strenger und distanzierter. Seine schwarze Jacke, die ihn vom in Rot gekleideten Rest des Trainerteams unterschied, kann als Symbol für die Stil-Änderung gewertet werden. Baum machte klare Ansagen, unter anderem forderte er mehr Professionalität abseits des Platzes: "Du kannst keine Hochleistung bringen, wenn du nicht danach lebst. Dieses Bewusstsein brauchen wir." Einige FCA-Profis ließen es in dieser Hinsicht zuletzt offenbar schleifen.

Der Problemfall: Mit seinen Aussagen legt Baum auch die Messlatte für den Umgang mit Caiuby, der zum zweiten Mal in dieser Saison ein Trainingslager aus privaten Gründen verpasste. Die Akzeptanz des Brasilianers im Team sinkt, eine Wiedereingliederung erscheint schwer vermittelbar, will der Trainer seine Marschroute nicht torpedieren. Ein "Weiter so" mit Caiuby würde Baum und Reuter nach außen wie nach innen viel Glaubwürdigkeit kosten. Bis zur noch nicht feststehenden Rückkehr des Flügelspielers schwelt der brisante Fall weiter.

David Bernreuther