Weniger Einsatzzeiten für Bredlow, Bauer und Co.?

Strafferer Kader: Folgen für ein Club-Quintett?

Robert Bauer, Michael Köllner

Club-Trainer Michael Köllner (re.) wünscht sich einen strafferen Kader. Folgen könnte das unter anderem für Robert Bauer haben. imago

Zwei Dutzend Spieler hat Michael Köllner in der Hinrunde beim 1. FC Nürnberg eingesetzt. Der Trainer wechselte und probierte viel, teils ungewollt (Verletzungen, Sperren), teils in der Hoffnung, sportlich richtig zu liegen. In der Rückrunde, so hat es der 49-Jährige angekündigt, wünscht er sich einen strafferen Kader, 16 bis 18 Spieler sollen hauptsächlich für ein glückliches Saisonende sorgen. Durch die Rückkehr aller Verletzten (Mathenia, Behrens, Löwen, Valentini, Ewerton) bedeutet dies für fünf Gesichter der Hinrunde vermutlich deutlich reduzierte Einsatzminuten.

Fabian Bredlow: Selbst Christian Mathenias Patzer im letzten Test gegen Mouscron (1:2) ändert nichts daran, dass Köllner mit ihm als Nummer 1 plant. Aufstiegskeeper Bredlow rückt nach 13 Einsätzen in der Hinrunde sportlich nachvollziehbar ins zweite Glied. Schließlich sah auch der 23-Jährige bei einem Gegentor gegen Mouscron nicht gut aus, Sicherheit konnte er seiner wackligen Defensive in der Bundesliga zu selten geben (kicker-Notenschnitt 3,81).

Robert Bauer: Durch die Rückkehr Valentinis ist für den Ex-Bremer rechts hinten kein Platz mehr, links ist Tim Leibold gesetzt. Zu allem Überfluss zog sich Bauer im Test gegen Zwolle (1:1) einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu und fällt wochenlang aus. Bauer konnte in elf Einsätzen bislang nicht überzeugen (kicker-Notenschnitt 4,6). Das ist für den Club schade, da eine wertvolle Alternative zu Valentini und Leibold nicht schaden könnte, beide spielten alles andere als fehlerfrei, sind aber zunächst weiterhin gesetzt.

Alexander Fuchs: Den Mittelfeldspieler zauberte Köllner in der Sommervorbereitung aus dem Hut, überraschend ergatterte sich der 22-jährige laufstarke Mittelfeldspieler einen Platz. Gegen Hinrunden-Ende setzte Köllner ihn seltener ein, acht Einsätze und ein Tor beim 2:2 in Augsburg stehen in seiner Bilanz. Mit der Rückkehr von Behrens und Löwen sind die Achterpositionen besetzt, zumal dort auch Yuya Kubo oder Matheus Pereira spielen könnten. Gegen Zwolle leitete Fuchs das Gegentor mit einem bösen Ballverlust ein.

Simon Rhein: Löste Fuchs in der zweiten Hinrunden-Hälfte als Überraschungsgast in der Startelf ab, kam auf sechs Einsätze im Mittelfeld. Im Trainingslager zog sich der 20-Jährige eine leichte Zerrung zu, verpasste beide Testspiele und dürfte ebenfalls dem großen Angebot im Mittelfeld zum Opfer fallen.

Sebastian Kerk: Nach überstandenem Achillessehnenriss galt der Standardspezialist als Hoffnungsträger. Ein Etikettenschwindel, wie acht Einsätze mit einem Notenschnitt von 4,58 belegen. Kerk wirkte gehemmt und nicht richtig fit, im Trainingslager setzte ihm außerdem ein Magen-Darm-Infekt zu. Köllner gab während der Tage in Benahavis offen zu, dass es schwierig werde, den 24-Jährigen wieder auf sein gewohntes Niveau zu bringen. Warum er ihn in der Hinrunde dennoch so oft brachte, bleibt sein Geheimnis.

Frank Linkesch

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