Auch Toljan auf neuem Terrain getestet

Wolf: Neue Rolle im BVB-Ensemble?

Marius Wolf

Neue Position weiter hinten? Marius Wolf agierte im Trainingslager verstärkt in der Rolle des Rechtsverteidigers. imago

Aus dem Trainingslager von Borussia Dortmund berichtet Matthias Dersch

#Unleashthewolf - Befreie den Wolf: Unter diesem Motto startete der 23-Jährige in die erste Saison bei seinem einstigen Lieblingsklub Borussia Dortmund. Doch das neue Jagdrevier behagt Wolf bislang nicht - zumindest sportlich nicht. Der gebürtige Coburger, dem in der vergangenen Saison in Frankfurt der Durchbruch gelang, spielte mit zunehmender Dauer der Hinrunde nur noch eine Statistenrolle beim BVB.

Erst am 17. Spieltag wechselte ihn Trainer Lucien Favre gegen Mönchengladbach (2:0) eine Minute vor dem Ende mal wieder ein - nach zuvor drei Monaten ohne Bundesliga-Einsatz. In der Startelf stand er seit dem vierten Spieltag (1:1 in Hoffenheim) nicht mehr. Die Konkurrenz auf seiner Position auf dem rechten offensiven Flügel entpuppte sich als zu groß, an Jadon Sancho und Christian Pulisic führte für Wolf kein Weg vorbei.

Option: Wolf als Backup für Piszczek

Im Trainingslager in Marbella deutete sich nun an, dass ein Positionswechsel Besserung versprechen könnte. Sowohl in den Testspielen gegen Düsseldorf (3:2) und Willen II (3:2) als auch in vielen Trainingseinheiten übernahm Wolf den Part des rechten Verteidigers. Sein Tempo und seine Körperlichkeit sind auf dieser Position ein Plus. Die technischen Schwächen, die er im Vergleich zu Pulisic und Sancho aufweist, fallen dagegen in der Abwehr weniger ins Gewicht.

"Wir probieren ein paar Sachen aus", sagt Lucien Favre zu den Überlegungen mit Wolf, der die neue Rolle laut Aussage des BVB-Trainers ordentlich ausfüllt: "Er hat es gegen Willem II gut gemacht. Wir sind optimistisch, dass er das kann." Wolf könnte künftig als Back-Up für Lukasz Piszczek agieren, sollte Achraf Hakimi auf der linken Seite benötigt werden. Einsätze allerdings würde dem Fünf-Millionen-Euro-Einkauf auch das nicht garantieren.

Toljan im Abwehrzentrum getestet

Wolf ist derweil nicht der einzige zuletzt nur selten bis gar nicht eingesetzte Borusse, der in Marbella von Favre auf einer anderen Position getestet wurde. Auch Außenverteidiger und Wechselkandidat Jeremy Toljan sollte sich auf neuem Terrain bewähren. Der 24-Jährige, der in dieser Saison noch kein einziges Mal von Favre in einem Pflichtspiel eingesetzt wurde, wusste dabei als Innenverteidiger durchaus zu überzeugen - und kassierte wie Wolf ebenfalls ein Lob des BVB-Trainers: "Er macht es gut."

Matthias Dersch

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