Bremen: Urgestein vor dem Comeback

Bargfrede: "Können in der Rückrunde aufdrehen"

Philipp Bargfrede

Vor dem Comeback: Philipp Bargfrede im Trainingslager der Bremer in Johannesburg. imago

Aus dem Bremer Trainingslager in Randburg berichtet Thiemo Müller

Wegen hartnäckiger Achillessehnenprobleme fehlte der 29-Jährige Werder seit dem 11. Spieltag. Seitdem holten die Grün-Weißen nur noch magere fünf Punkte - doch nicht nur deshalb ist Bargfrede einer der großen Hoffnungsträger für die Rückrunde.

"Philipp ist einer der wenigen Schlüsselspieler, die wir nicht eins zu eins ersetzen können", sagt Trainer Florian Kohfeldt. "Diesen Mix aus fußballerischer Qualität, Aggressivität und Stärke in der Balleroberung haben wir so kein zweites Mal im Kader." Bargfrede selbst wirkt, als sei er sich seiner Bedeutung sehr wohl bewusst, ohne das in irgendeiner Art nach außen zu kehren. "Für mich ist entscheidend, dass ich gesund bin", betont das Eigengewächs während der Medienrunde im Teamhotel "Fairway" im südafrikanischen Randburg. Den Zusatz, dass dann kein Weg an ihm vorbei führt, lässt er weg. Seinen Zuhörern ist diese Tatsache ohnehin bewusst.

Wer weiß, welche Karriere Bargfrede gemacht hätte ohne sein jahrelanges Verletzungspech. Die jüngste Zwangspause wegen Achillessehnenproblemen war für den Leidgeprüften da im Vergleich "keine wilde Sache". Für sein schwächelndes Team aber womöglich schon. Bargfrede ("ich fühle mich sehr gut") soll nun mit als Garant dafür stehen, dass sich die Zahl der Kontergegentore wieder reduziert und nimmt sich selbst entsprechend in die Pflicht. "Natürlich ist meine Position auf der Sechs in dieser Beziehung besonders wichtig. Hier kann man vieles organisieren, gefährliche Situationen schon in der Entstehung unterbinden." Für Werder eine der elementaren Voraussetzungen, um das Ziel Europa noch zu erreichen. Bargfrede bezeichnet das als "positiven Druck". Seine Forderung: "Die Punkteausbeute muss deutlich besser werden als in der Hinrunde. Aber wir haben ja schon in den letzten Jahren gezeigt, dass wir aufdrehen können in der Rückrunde. Einen solchen Lauf traue ich der Mannschaft wieder zu - auch ohne das Messer am Hals." 27 Zähler holte die Truppe von Trainer Florian Kohfeldt vergangene Saison nach der Winterpause. Selbst eine Wiederholung dieser starken Bilanz wäre freilich längst noch keine Garantie auf die internationalen Plätze.

Thiemo Müller

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