Faktor Zeit

FIFA 19: Qualifikationssystem - Gleiche Bedingungen für alle?

Das große Ziel für jeden Profi: der FIFA eWorld Cup

Das große Ziel für jeden Profi: der FIFA eWorld Cup. EA Sports

Danny 'Proownez' Liepolt vom Fokus Clan beispielsweise konnte schon fünf Tage nach offiziellem Release am 28. September die Prime-Icon-Versionen von Abwehrspieler Rio Ferdinand und Offensivkünstler Johann Cruyff in seinem Team an der Seite von Ruud Gullit oder Ronaldo begrüßen, beide in der Basic-Version. Ihren Weg in das Team von Top-Talent Dylan 'DullenMIKE' Neuhausen fanden Ikonen derweil lange nicht. Erst am 18. Dezember, also zweieinhalb Monate nach Release, kam der Portugiese Eusebio. Eins haben 'Proownez' und 'DullenMIKE' dennoch gemeinsam: Beide nahmen an allen bisherigen Online-Qualifikationsturnieren der Global Series teil.

Extra-Accounts für die Qualifier

Für den 16-jährigen Neuhausen reichte es mit einem im Vergleich zu anderen Profis günstigen Team zu drei Qualifikationen für die offiziellen Turniere, 'Proownez' schaffte es zwei Mal und scheiterte mehrfach knapp. Die Stärke und Kosten der eigenen Mannschaft sind also nicht alles. Dennoch stellt sich die Frage, ob es wirklich sinnvoll ist, die Spieler mit ihren heimischen Teams gegeneinander antreten zu lassen, wenn dadurch im direkten Duell enorme Nachteile durch eine schwächere Mannschaft entstehen können. Extra-Accounts für die Qualifier, mit vollem Zugriff auf alle Spieler, werden in der Szene seit geraumer Zeit diskutiert. Eine offizielle Aussage von EA gibt es dazu bisher nicht. Es ist nicht unüblich, dass "Full-Icon-Teams" auf Gegenspieler treffen, bei denen höchstens eine Ikone auf dem Platz steht.

Fairness im Online-Modus?

Ein weiteres Fragezeichen mit Blick auf das neue Qualifikationssystem steht hinter etwaigen Verbindungsproblemen oder extremem Zeitspiel. Mit Letzterem sorgte der deutsche FIFA-Spieler 'artigriezmann' beim FUT Champions Cup Qualifier am 5. Januar für Negativschlagzeilen. In seinem Match gegen 'Don Oli' spielte er in der 60. Minute beim Stand von 1:0 mit kurzen Abschlägen auf seinen Verteidiger, der den Ball umgehend wieder zum Torhüter köpfte, massiv auf Zeit. Die Ereignisse findet Ihr im Video unter diesem Artikel. Zahlreiche Spieler forderten daraufhin die Disqualifikation. Erschwerend hinzu kommen Verbindungsprobleme, auch bei innerdeutschen Duellen, die den ein oder anderen Spieler bereits eine mögliche Qualifikation gekostet haben.

Zeit als Faktor

Sicher ist, dass das neue System nach der Saison auf den Prüfstand gestellt werden sollte. Dass sich Profis gegen andere Profis beweisen müssen, um einen der begehrten Plätze bei einem offiziellen Turnier zu ergattern, ist grundsätzlich der richtige Weg. Die Ausführung der Gedanken lässt bisher aber teilweise noch zu wünschen übrig. Dazu kommt, dass eine Teilnahme an den Turnieren kein garantiertes Preisgeld oder Ranglistenpunkte mit sich bringt und ein komplettes Qualifier-Wochenende am Ende manchmal nur eins gekostet hat: Zeit.

Christian Bellinger

Nach zweifelhafter Aktion von 'artigriezmann'

FIFA 19: So reagierten die Profis auf das Zeitspiel

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