Diese Spieler wussten in Sindelfingen zu überzeugen

Demir & Co.: Die speziellen Talente des Junior Cup

Der Beste in Sindelfingen: Rapids Yusuf Demir.

Der Beste in Sindelfingen: Rapids Yusuf Demir. imago

Allerdings nicht für Thomas Hitzlsperger, Schirmherr der Veranstaltung, der schon vor dem Finale, in dem der FC Liverpool Rapid Wien mit 3:2 schlug , über die Österreicher sagte: "Dass sie gut in der Halle kicken können, verwundert mich nicht." Seinen einstigen Teamkollegen Steffen Hofmann - beide spielten gemeinsam im Bayern-Nachwuchs - haute diese Erkenntnis ebenso wenig aus den Socken. Kein Wunder, als Talentmanager der Wiener weiß er um die Qualität von Yusuf Demir und Co., dem einzigen 2003er-Jahrgang des Turniers. Vor allem teamintern hatte der 15-Jährige, der mit einem ganz feinen linken Füßchen gesegnet ist und zum besten Spieler des Turniers gekürt wurde, mit dem enorm präsenten Melih Ibrahimoglu und Torschützenkönig Daniel Markl (6 Tore) mächtige Konkurrenz.

Letztgenannter erwies sich als nur schwer zu greifen für die Verteidiger und offenbarte besonders in der Zwischenrunde einen unfassbaren Torriecher, während Ibrahimoglu als Regisseur die zentrale Figur im Rapid-Spiel gab. "Man sieht, dass sich die Jungs zeigen wollen", lobte Hofmann am zweiten Turniertag.

Jaros überragt im Finale

Jener aber sollte der Tag von Vitezslav Jaros werden. Der Schlussmann des FC Liverpool hielt seine Truppe im Halbfinale gegen den FC Bayern (1:0) schadlos, und auch am Finalsieg hatte er neben dem technisch starken Jack Bearne entscheidenden Anteil, wenngleich Rapid insgesamt die stärkste Mannschaft des U-19-Wettbewerbs stellte. Doch am jungen Tschechen im Tor der Nordengländer verzweifelte der Sieger von 2016. Jaros brillierte mit Paraden und Ruhe wie Übersicht mit dem Ball am Fuß. Kein Zufall auch, dass die Truppe von der Merseyside auch auf dem kleinen Feld im schnörkellosen Umschalten zu gefallen wusste. Die dafür nötigen, schnellen wie genauen Abwürfe entstammten Jaros' Hand, der Schlussmann wurde letztlich zum besten Torhüter des Turniers gewählt.

Mit viel Tempo startete Atlanta United ins Turnier, das trotz Platz acht am Ende für Tony Annan "eine einzigartige Erfahrung" war. Denn, so erklärte der Akademiedirektor des MLS-Nachwuchses: "Sie spielen nicht so oft vor 3000 Leuten und Indoor sowieso nicht. Sie sollen in neue Situationen kommen, in denen sie anderem Druck ausgesetzt sind." Was der Fall war, denn insgesamt war das Niveau sehr ausgeglichen.

Rangers überraschen trotz Verletzungspech

Angehoben wurde es auch dank des neben Liverpool und Atlanta dritten Debütanten, den Glasgow Rangers. Die nämlich adaptierten die schnelle und technisch fordernde Spielweise auf dem Kunstrasen erstaunlich schnell. "Diese Jungs sind in Sachen Lernen und Weiterentwicklung die neugierigsten, die ich als Trainer bislang hatte", lobte Rangers-Nachwuchscoach Graeme Murty seine Jungs, die sich mit Platz vier belohnten. Wer weiß, was noch möglich gewesen wäre für die Schotten, hätte sich nicht ihr technisch versiertester Mann, Kai Kennedy, am Ende des ersten Tages verletzt...

Benni Hofmann

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