Bundesliga

Mit sofortiger Wirkung: Rostock entlässt Dotchev

Auch Manager Thiele muss gehen

Mit sofortiger Wirkung: Rostock entlässt Dotchev

Pavel Dotchev

Ist nicht mehr Trainer von Hansa Rostock: Pavel Dotchev. imago

Wirklich überraschend kommt diese Meldung nach den Entwicklungen der letzten Tage nicht mehr: Pünktlich zum Trainingsauftakt der Rest-Rückrunde steht Hansa Rostock ohne Cheftrainer da. "Bei allen individuellen Verdiensten der beiden um den Verein steht aber das Gesamtwohl des F.C. Hansa Rostock über allem und dies kann nur gewährleistet werden, wenn sich die für den sportlichen Bereich Verantwortlichen als Einheit verstehen und agieren. Dies ist trotz vieler intensiver Gespräche leider nicht mehr gegeben, aber eine grundlegende Voraussetzung für die sportliche Entwicklung der Lizenzmannschaft. Daher sind wir gezwungen, im sportlichen Bereich einen personellen Neuanfang zu vollziehen", begründet Vorstandsvorsitzender Robert Marien die Entscheidung auf der vereinseigenen Website.

Ambitioniert war die Kogge in die Spielzeit gestartet: Nach sieben Drittliga-Jahren sollte es für den ehemaligen Bundesligisten wieder eine Etage nach oben gehen. Doch die hohen Ambitionen konnten Team und Trainer in der ersten Saisonhälfte nicht erfüllen. Nach 20 Partien stehen ein enttäuschender achter Tabellenplatz und zehn Punkte Abstand auf Rang drei (Uerdingen, 37 Punkte) zu Buche.

Trainersteckbrief Doll
Doll

Doll Thomas

Trainersteckbrief Dotchev
Dotchev

Dotchev Pavel

Trainersteckbrief Härtel
Härtel

Härtel Jens

Trainersteckbrief Zimmermann
Zimmermann

Zimmermann Mark

Dotchevs Alleingang "verstimmte" Hansa-Vorstand

Mit der sofortigen Trennung reagieren die Verantwortlichen nun auf den Alleingang Dotchevs. Erst am Mittwoch hatte er das Schweigen der Klub-Oberen gebrochen und gegenüber der "Ostsee-Zeitung" erklärt, dass sein zum Sommer auslaufender Vertrag nicht verlängert werde. Ein Vorgehen, das den Vorstand rund um den Vorsitzenden Robert Marien "verstimmte".

Wir brauchen einen Trainer, von dem alle - also drei Vorstände und sieben Aufsichtsräte - überzeugt sind, dass man mit ihm den nächsten Schritt machen kann.

Hansas Vorstandsvorsitzender Robert Marien zur Entscheidung, Dotchevs Vertrag nicht zu verlängern

"Wir brauchen einen Trainer, von dem alle - also drei Vorstände und sieben Aufsichtsräte - überzeugt sind, dass man mit ihm den nächsten Schritt machen kann", begründete Marien die Entscheidung, Dotchevs Vertrag über die Saison hinaus nicht zu verlängern. Diese Überzeugung scheint während der letzten Wochen abhandengekommen zu sein. In einer Krisensitzung am 27. Dezember entschieden sich die Verantwortlichen einstimmig dafür, den Vertrag des 53-jährigen Bulgaren nicht mehr zu verlängern. Dotchev hatte das Traineramt bei den Mecklenburgern im Juli 2017 übernommen und wusste nach dem Fast-Abstieg 2016/17 direkt mit Platz sechs zu überzeugen.

Nachfolge? Mehrere Kandidaten im Gespräch

Wer den freien Cheftrainer-Posten bei Hansa übernimmt, ist noch offen. Vladimir Liutyi, Sportlicher Leiter des Nachwuchsleistungszentrums und A-Juniorencoach, wird die Leitung der Mannschaft übernehmen. Am 8. Januar macht sich die Kogge in ein zehntägiges Trainingslager ins türkische Belek auf. Ob dann schon der neue Trainer bekannt sein wird, ist ungewiss.

Die "Ostsee-Zeitung" handelt jedenfalls Jens Härtel als möglichen Dotchev-Nachfolger. Der 49-Jährige stand von Juni 2014 bis November 2018 beim 1. FC Magdeburg an der Seitenlinie und führte die Elbstädter aus der Regionalliga in die 2. Bundesliga - ehe er im Herbst seinen Hut nach vier Niederlagen in Serie nehmen musste .

Mit Thomas Doll bringt die Zeitung einen weiteren namenhaften Kandidaten ins Spiel. Der ehemalige HSV-Trainer leitete zuletzt die Geschicke beim ungarischen Erstligisten Ferencvaros Budapest (Dezember 2013 bis August 2018) und führte den Hauptstadt-Klub neben der Meisterschaft 2016 zu drei Pokalsiegen (2015, 2016, 2017). Laut "Bild" soll zudem Mark Zimmermann auf der Rostocker Liste stehen, der 44-Jährige war bis Dezember 2018 als Trainer von Carl-Zeiss Jena tätig.

Auch Thiele muss gehen

Neben Dotchev muss auch Sportvorstand Markus Thiele seinen Platz räumen. Damit ist die Ära Thiele, der seinen Posten als Geschäftsführer beim VfR Aalen im Dezember 2017 aufgegeben hatte, um Hansa mittelfristig wieder in die 2. Bundesliga zurückzuführen, bereits wieder zu Ende.

kon