"Wir haben einen langen Weg vor uns"

Schalkes Suche nach dem nächsten großen Talent

Elias 'Upset' Lipp hat's vorgemacht, jetzt sollen weitere Talente bei Schalke folgen.

Elias 'Upset' Lipp hat's vorgemacht, jetzt sollen weitere Talente bei Schalke folgen. lolesports

"Wir wollen Talente finden", so lautet der Kerngedanke von Schalkes CGO Tim Reichert. Die LoL Knappenschmiede ist das neueste Projekt der Königsblauen im eSport - sie soll dem Verein aber noch auf Jahre dienlich sein. Die Erfolge sind dabei nebensächlich, wie Reichert erklärt: "Es ist ähnlich zu unserer Knappenschmiede im Fußball. Unser Fokus ist es nicht, jedes Jahr deutscher Meister zu werden, sondern vielmehr den nächsten Leroy Sané zu entdecken. Wir wollen den nächsten 'Upset' oder 'Abbedagge' in unserem Academy Team entdecken."

'Upset' und 'Abbedagge' als Beispiel

Elias 'Upset' Lipp kam vor zwei Jahren zu Schalke und galt schon damals als zukünftiger Grundpfeiler des Teams. Inzwischen füllt er diese Rolle auch aus. Felix 'Abbedagge' Braun hingegen ist das nächste Newcomer-Projekt der Knappen und schon jetzt bester Beweis dafür, welchen Nutzen Schalke aus der LoL Knappenschmiede ziehen kann: Geld sparen. "Im Idealfall kommen wir dadurch nicht in die Lage, dass wir Spieler verpflichten müssen, die aktuell wirklich sehr viel kosten", so Reichert. Braun ersetzte beispielsweise den langjährigen Profi Erlend 'Nukeduck' Holm, was neben dem Spielerischen auch als "wirtschaftlich vernünftige und nachhaltige" Entscheidung von Reichert bezeichnet wird.

Schalkes Suche

Mit der Organisation hinter dem Zweitteam ist Maurice 'Amazing' Stückenschneider betraut. Der ehemalige Jungler der Schalker genießt das volle Vertrauen von Reichert: "Ich glaube, dass wir mit ihm einem sehr guten Mann gefunden haben, der junge Leute auf ihrem Weg begleiten kann." Stückenschneider greift auf sechs Jahre Profierfahrung zurück, spielte für zahlreiche Teams und nahm an zwei WMs teil. Jetzt steht er neben dem Platz und leitete vor den Weihnachtstagen bereits das Scouting der neuen Talente. Über 600 Spieler hatten sich bei Schalke auf die fünf Plätze beworben. Mindestvoraussetzungen waren: Das Herz am richtigen Fleck, Potenzial sich zu verbessern, gute Englischkenntnisse und das Erreichen des Master-Rangs in der achten Saison.

Talentförderungen verschlafen?

Schalke ist nicht das einzige LEC-Team, dass 2019 ein Academy-Team unterhält. Tatsächlich gehen alle zehn Organisationen diesen Schritt und verpassen der europäischen Szene damit einen ordentlichen Entwicklungsschub. Zuvor waren Zweitteams sehr selten. Vergangene Saison waren beispielsweise nur die Hälfte der zehn Organisationen auch in regionalen Ligen tätig. Dementsprechend heißt es von Reichert: "Ich glaube, es ist noch viel zu selten passiert, dass Spieler in regionalen Ligen von professionellen Teams entwickelt werden. Damit wollen wir jetzt anfangen." Wie schnell das gelingt, weiß der CGO aber selbst noch nicht und verheißt: "Wir haben noch einen langen Weg vor uns."

Christian Mittweg/Holm Kräusche

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