Kommentar zu Pulisics Wechsel von Dortmund zu Chelsea

Dieser Transfer hat nur Gewinner

Christian Pulisic

In Dortmund emotional nicht so angekommen wie viele vor ihm: Christian Pulisic. Getty Images

Sportdirektor Michael Zorc hat Wort gehalten. Kein Spieler, den Borussia Dortmund im Titelrennen noch gebrauchen kann, wird in der aktuellen Transferperiode abgegeben. Weder Julian Weigl noch Christian Pulisic. Bei dem US-Amerikaner haben FC Chelsea und BVB aber trotzdem Fakten geschaffen. Die Engländer kaufen ihn und verleihen ihn bis zum 30. Juni wieder an die Westfalen. Dieses Konstrukt spielt allen Vertragsbeteiligten in die Karten.

Auch wenn Pulisic im internen Borussia-Ranking hinter Jadon Sancho, Jacob Bruun Larsen und Raphael Guerreiro zurückgefallen ist und auf der offensiven Außenbahn zuletzt nur selten zum Zug kam, kann er in der Rückrunde durchaus noch von Bedeutung sein. Der FC Chelsea, der FC Liverpool, Tottenham oder auch Bayern München haben nicht grundlos so heftig um den 20-Jährigen geworben: An guten Tagen reißt er eine Abwehr mit seinen Tempodribblings auseinander.

Spielersteckbrief Pulisic

Pulisic Christian

Nur Ousmane Dembelé, für den mit dem FC Barcelona ein Sockelbetrag von 105 Millionen Euro verabredet wurde, spülte mehr Geld in die Dortmunder Kassen als Pulisic. Mit 64 Millionen wird er zum zweitteuersten BVB-Abgang aller Zeiten - noch vor Pierre-Emerick Aubameyang, der dem FC Arsenal vor einem Jahr 63,75 Millionen Euro wert war, und Henrikh Mkhitaryan, für den Manchester United im Sommer 2016 exakt 42,5 Millionen Euro hinblätterte. Kaufmännisch ist Pulisics Verkauf angesichts der kurzen Restlaufzeit seines Vertrages (bis 2020) auf jeden Fall ein echter Coup.

Dortmund war für Pulisic nur eine Durchgangsstation

Ob Pulisics Preis zu hoch oder bei den heute üblichen Tarifen doch handelsüblich ist, darüber lässt sich trefflich streiten. Dass Chelsea trotzdem zugegriffen - und bei dieser Verpflichtung so aufs Tempo gedrückt hat, mag auch mit der drohenden Transfersperre zu tun haben. Sollte den Londoner Klub der Bannstrahl der UEFA im Sommer noch treffen: Pulisic bleibt davon unberührt.

"Absolute Win-Win-Situation": Pulisics Statement an die BVB-Fans

Insofern hat dieser Transfer nur Gewinner: Beide Klubs und den Spieler, in dessen Karriereplan die Premier League immer an erster Stelle stand. Das erklärt rückblickend dann auch, warum Pulisic emotional beim BVB nie so angekommen ist wie viele vor und nach ihm. Dortmund war für ihn nur eine Durchgangsstation.

Thomas Hennecke

Thomas Hennecke

Thomas Hennecke kicker

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