Verband reagierte schnell auf Schmähungen gegen Koulibaly

Nach Rassismus: Platzsperre für Inter Mailand

Inter-Spieler Asamoah tröstet Kalidou Koulibaly nach seinem Platzverweis. Der Verband verurteilte Inter zu zwei Geisterspielen.

Inter-Spieler Asamoah tröstet Kalidou Koulibaly nach seinem Platzverweis. Der Verband verurteilte Inter zu zwei Geisterspielen. Getty Images

Koulibaly selber musste in der Partie (1:0 für Inter) vorzeitig vom Feld, weil er nach einer Gelben Karte höhnisch geklatscht hatte. Dafür wurde er nun von der Spruchkammer zu zwei Spielen Sperre verurteilt.

Napolis Trainer Carlo Ancelotti hatte das Fehlverhalten des Spielers auf die zuvor geäußerten Schmähungen zurückgeführt und Verständnis geäußert. Dreimal habe der Coach den Schiedsrichter zu einer Spielunterbrechung aufgefordert. Es habe dann zwar Stadiondurchsagen gegeben, die aber offensichtlich nicht ausreichend gewesen wären. Er kündigte an, mit seinem Team beim nächsten Mal das Spielfeld verlassen zu wollen. Dafür erntete er Kritik von Verbandspräsident Gabriele Gravina. Eigenmächtiges Verlassen des Spielfeldes sei gegen die Regeln. Gleichwohl kündigte er an, derartige Ereignisse innerhalb und außerhalb des Stadions "nicht länger tolerieren" zu wollen. Daher sollten die Regeln geändert werden, um ein Spiel leichter abzubrechen.

Solidarität auch von Cristiano Ronaldo

Der Spieler äußerte sich zu dem Vorfall in den Sozialen Medien wie folgt: "Ich entschuldige mich für die Niederlage und vor allem dafür, dass ich meine Brüder im Stich gelassen habe. Aber ich bin stolz auf meine Hautfarbe, darauf, dass ich ein Senegalese bin, ein Franzose, Neapolitaner: ein Mann." Andere Spieler wie Cristiano Ronaldo erklärten ihre Solidarität: "Auf der Welt wie im Fußball wünsche ich mir Bildung und Respekt. Nein zu Rassismus, zu jeglicher Straftat und zu Diskriminierung", schrieb der Superstar auf Instagram und fügte ein Bild von sich im sportlichen Zweikampf mit Koulibaly hinzu. Auch der Mailänder Bürgermeister Giuseppe Sala äußerte und entschuldigte sich bei dem Spieler auch im Namen der Bürger Mailands.

Rund um das Spitzenspiel am ersten "Boxing Day" der Serie A hatte es Zuschauerausschreitungen gegeben, bei denen ein 35-Jähriger ums Leben gekommen war. Vertreter der Regierung kündigten harte Strafen für gewalttätige Fans an.

sam/dpa/sid