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"Affenlaute" gegen Koulibaly: Ancelotti erhebt schwere Vorwürfe

Neapel nach dem 0:1 bei Inter Mailand

"Affenlaute" gegen Koulibaly: Ancelotti erhebt schwere Vorwürfe

Frühzeitiger Abgang: Napolis Kalidou Koulibaly (2.v.l.) verlässt den Platz, Trainer Carlo Ancelotti sucht den Kontakt.

Frühzeitiger Abgang: Napolis Kalidou Koulibaly (2.v.l.) verlässt den Platz, Trainer Carlo Ancelotti sucht den Kontakt. imago

Was war passiert? Neapels Innenverteidiger Kalidou Koulibaly soll von den Rängen mehrfach mit Affenlauten rassistisch beleidigt worden sein. "Es war eine seltsame Atmosphäre. Wir hatten dreimal nachgefragt, ob das Spiel unterbrochen werden könnte. Es gab drei Durchsagen über die Stadionlautsprecher", beklagte sich der ehemalige Bayern-Trainer nach Abpfiff und zeigte auch deshalb Verständnis für die Gelb-Rote Karte, die der Senegalese in der 80. Minute wegen einer Unbeherrschtheit gesehen hatte - er hatte für ein Foul an Matteo Politano Gelb gesehen und dies mit Applaus quittiert, was ihm umgehend einen Platzverweis einbrachte.

"Koulibaly war irritiert. Normalerweise ist er ruhig und professionell, aber er war über das gesamte Spiel hinweg mit Affenlauten konfrontiert. Wir hatten dreimal darum geben, dass etwas passiert. Aber das Spiel lief weiter", lieferte Ancelotti eine Erklärung für Koulibalys Aktion. Beim Trainer saß der Frust ob der Untätigkeit der Offiziellen tief. "Uns wird gesagt, dass Spiele unterbrochen werden können", stellte der 59-Jährige fest und fragte: "Wann? Nach vier oder fünf Durchsagen?"

Spielersteckbrief Koulibaly

Koulibaly Kalidou

Ancelotti spielte dann noch mit dem Gedanken, dass "wir das nächste Mal die Dinge einfach in die eigene Hand nehmen und von selbst nicht mehr weiterspielen. Wahrscheinlich würden wir das Spiel dann verlieren, aber dazu sind wir bereit." Für den Italiener ist nämlich eins klar: "Das zu sehen, ist nicht gut für den italienischen Fußball."

Koulibaly entschuldigt sich bei den Mitspielern

Inzwischen hat sich auch Koulibaly selbst zu Wort gemeldet. "Ich entschuldige mich für die Niederlage und vor allem dafür, dass ich meine Brüder im Stich gelassen habe", twitterte der Verteidiger am Mittwochabend. "Aber ich bin stolz auf meine Hautfarbe, darauf, dass ich ein Senegalese bin, ein Franzose, Napolitaner: ein Mann."

drm/las