Bundesliga

Streich: "Die Leute müssen uns nach vorne peitschen"

SC-Stürmer Kleindienst wird am Meniskus operiert

Streich: "Die Leute müssen uns nach vorne peitschen"

Christian Streich

"Gut möglich, dass es Veränderungen gibt": Freiburgs Trainer Christian Streich. imago

"Schwankungen zwischen Zufriedenheit und Enttäuschung" hat Christian Streich in dieser Saison ausgemacht. In der vergangenen Woche war das ganz besonders zu spüren. Nach dem überraschenden Heimsieg gegen Leipzig war beim SC fast schon ein bisschen Euphorie zu spüren, die in Düsseldorf sofort wieder extrem ausgebremst wurde. "Bei 17 Punkten war die Erwartungshaltung da, es könnte etwas gehen und das am Samstag war ein richtiger Niederschlag", sagte der SC-Coach. Er hat nicht ständig die Tabelle im Kopf, weiß aber auch, dass sein Team vor der Winterpause in Richtung der Abstiegsränge rutschen würde, sollte es nicht in den beiden noch ausstehenden Spielen punkten. Mindestens 20 Punkte wollen die Freiburger vor Weihnachten noch erreichen.

Von Streich gibt es allerdings keine Androhungen, den Weihnachtsurlaub zu kürzen, falls das nicht klappt, wie es André Breitenreiter bei Hannover getan hat. "Was weiß ich, was du machst, wenn du zehn Punkte hast und dir das Wasser bis zum Hals steht", kommentierte Streich diese Maßnahme, "Abstiegskampf ist eine enorme Drucksituation für alle Beteiligten und in Hannover ist es gerade nicht schön." Der SC-Trainer vermutet, die Spieler in Hannover "werden das schon einordnen können", und vor 30 oder 40 Jahren hätte jeder gesagt, es würde etwas nicht stimmen, wenn es in einer solchen Situation keine Drohungen gegeben hätte. "Früher war es normal, dass Trainer sehr autoritär waren."

Spielersteckbrief Kleindienst

Kleindienst Tim

Trainersteckbrief Streich

Streich Christian

Er setzt hingegen darauf, dass seine Spieler nach der "richtig schlechten zweiten Halbzeit" in Düsseldorf wieder ihr anderes Gesicht zeigen wollen, das in Heimspielen ohnehin meistens deutlich anders aussieht als bei den Auswärtspartien. Ob die gleiche Startelf erneut eine Chance bekommt, ließ er dabei offen. "Gut möglich, dass es Veränderungen gibt", sagte Streich. Gründe dafür könnten die Leistung in Düsseldorf und die Belastung durch die englische Woche sein. Klar sei aber für ihn, dass "wir mit der bestmöglichen Mannschaft spielen, danach schauen wir, was wir in Nürnberg machen". Neue personelle Alternativen gibt es jedenfalls nicht, da neben den Langzeitverletzten weiterhin Roland Sallai (Adduktorenreizung) ausfällt und Tim Kleindienst noch in dieser Woche am Meniskus operiert wird.

"Du brauchst Eins-gegen-Eins-Situationen"

Von den Problemen seiner Mannschaft, wenn sie mehr Ballbesitz hat, wollte Streich nichts wissen. Die habe fast jede Mannschaft, außer den Spitzenteams. "Du brauchst Eins-gegen-Eins-Situationen, die du immer mal wieder auflöst, um Raum zu haben, und dazu ein sehr gutes Passspiel, schnell und präzise", erklärte der SC-Trainer die Anforderungen an seine Spieler in der Partie gegen den Tabellenletzten, der beim Unentschieden in Mainz nur 30 Prozent Ballbesitz hatte. "Gegen Bremen hatten wir auch aus dem Spielaufbau heraus gute Situationen“, betonte Streich und vor dem Heimspiel sei „die Spannung da, dass wir gut sein wollen".

Daniela Frahm

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