Wie Liverpools Trainer dazugelernt hat

"Macht doch daraus eine Story: 'Klopp verweigert Antwort'"

Jürgen Klopp und José Mourinho

Auch tabellarisch nicht auf Augenhöhe: Jürgen Klopp (1,91 m) und José Mourinho (1,74 m). imago

Dafür, dass er noch nie Trainer bei Real Madrid oder dem FC Barcelona war, hat Jürgen Klopp schon ganz schön viel "Clasico"-Erfahrung gesammelt. Dass Sir Alex Ferguson das Erzrivalen-Duell zwischen Liverpool und Manchester United (Sonntag, 17 Uhr, LIVE! bei kicker.de und im Stream bei DAZN) jetzt "englischer Clasico" taufte, findet Klopp "cool, weil ich schon Teil des deutschen Clasico war". Er selbst nennt das Topspiel am Sonntag lieber "a big one", ein großes Spiel also.

Und das ist es ja auch. Während ManUnited darum kämpft, den bitteren 16-Punkte-Rückstand auf den ungeliebten Nachbarn zu verkürzen, will Liverpool nicht nur den gerade eroberten Spitzenplatz verteidigen, sondern etwas beweisen: dass es auch gegen den Rekordmeister gewinnen kann, was nach zuletzt acht sieglosen Liga-Begegnungen (0/3/5, davon fünf unter Klopp) in Vergessenheit geraten ist; dass es kein Zufall ist, dass Alisson, van Dijk & Co. unter Spektakel-Verfechter Klopp erst sechs Gegentore kassiert haben (eines zuhause), United unter Mauer-Meister Mourinho aber die sechsmeisten der Liga (26); und vor allem, dass die neue, akute Verletzungsmisere den Liga-Lauf (13 Siege, drei Remis) nicht stoppen kann (zumal United mit noch größeren Personalproblemen zu kämpfen hat).

Liverpool hat erst sechs Gegentore kassiert, ManUnited schon 26

Neben den langzeitverletzten Innenverteidigern Joe Gomez (Beinbruch) und Joel Matip (Schlüsselbeinbruch) hat sich jetzt auch Rechtsverteidiger Trent Alexander-Arnold (Fußblessur) abgemeldet, zumindest für einige Tage. Doch während Klopp in seiner ersten Liverpool-Saison "hamstring" (Oberschenkel) noch frustriert zum Unwort des Jahres erklärt hatte, sagt er jetzt, drei Jahre später: "Krise? Nein, das ist unsere Situation. Eine Krise ist nur eine Krise, wenn es sich auch so anfühlt. Wir werden eine Lösung finden."

Und während er sich damals in der stressigen Weihnachtsphase in Scharmützel mit Trainerkollegen verwickeln ließ, lobt er Mourinho jetzt einfach als "erfolgreichsten Trainer der Welt", auch wenn dieser wenige Stunden zuvor auf seiner Pressekonferenz einmal mehr seine Titelsammlung rezitiert hatte ("Ich finde schon, dass Titel etwas bedeuten"), wohlwissend, dass Klopp in Anfield noch titellos ist. Warum sich ablenken lassen?

Kandidat Groß? Klopp macht wohl nichts auf dem Winter-Transfermarkt

Klopp hat dazugelernt, Nebenschauplätze erstickt er souverän. Wird Liverpool, unter anderem mit dem Ex-Ingolstädter Pascal Groß (27, Brighton) in Verbindung gebracht, auf dem Winter-Transfermarkt aktiv? "Es ist unwahrscheinlich, dass wir etwas machen." Würde er gerne Paul Pogba trainieren, der unter Mourinho nicht zurechtkommt? "Ihr wisst besser als ich, was passiert, wenn ich darauf antworte." Klopps Vorschlag: "Macht doch daraus eine Story: 'Klopp verweigert Antwort'."

jpe

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