Nürnbergs Torwart über seine Fehler und seine Situation

Bredlow: "Das ist keine einfache Phase"

Fabian Bredlow, 1. FC Nürnberg

Lieferte Diskussionsstoff: Club-Keeper Fabian Bredlow. imago

Fabian Bredlow hat sich all die Szenen noch einmal genau angesehen. Die Ecke, die er falsch eingeschätzt hatte. Den Pass in die Füße des Gegners. Den Schuss, der ihm zwischen den Beinen hindurchflutschte. Auch die guten Paraden dazwischen. Sein Fazit nach dem verkorksten Auftritt beim 0:3 gegen den FC Bayern: "Ich hatte einige Möglichkeiten, mich auszuzeichnen. Aber mit den Fehlern mache ich mir ein eigentlich gutes Spiel kaputt. Solche Fehler werden auf diesem Niveau natürlich bestraft."

Bredlow hat das in dieser Spielzeit nicht zum ersten Mal erfahren müssen. Am 7. Spieltag machte er beim 0:6 in Leipzig bei mehreren Gegentreffern eine schlechte Figur und verlor anschließend seinen Platz an Neuzugang Christian Mathenia. Eine Degradierung, für die Bredlow Verständnis aufbringt: "Der Trainer hatte nachvollziehbare Gründe. Ich habe die Entscheidung akzeptiert und weine ihr nicht mehr hinterher", sagt er.

Das muss er auch nicht. Denn durch Mathenias Knieverletzung ergab sich für Bredlow eine neue Chance, vor zwei Wochen kehrte er ins Tor zurück. Dumm nur, dass er in München erneut patzte. "Ich würde lügen, wenn ich sage, dass zurzeit alles genau nach Plan läuft", gesteht Bredow ein. Davon, dass rund um den FCN nun wieder eine Torwartdiskussion entflammt ist, will er sich aber nicht beeinflussen lassen. "Ich stehe zu meinen Fehlern und verstecke mich nicht", sagt der Keeper, der drei Tage nach der Partie in München selbstkritisch und aufgeräumt auftritt.

"Die Gegenspieler sind cleverer, das Tempo höher"

Diesen Eindruck hat auch Michael Köllner. Der Trainer legte sich deshalb darauf fest, dass Bredlow im Jahresendspurt weiterhin im Tor stehen wird. Der Keeper, der in der vergangenen Zweitliga-Saison ein sicherer Rückhalt war, hat mit der Umstellung auf das höhere Niveau bislang erkennbar Probleme. "Es ist für alle schwieriger. Die Gegenspieler sind cleverer, das Tempo höher", findet Bredlow. Er will aus seinen Fehlern lernen - und muss sie künftig vermeiden, wenn er seinem Team helfen will.

Denn im Kampf gegen den Abstieg braucht der FCN einen verlässlichen Rückhalt im Tor. Und zwar schon gegen Wolfsburg. Das weiß auch Bredlow: "Es gibt Spiele, in denen wir Punkten müssen. Am Freitag ist eines dieser Spiele", sagt der Torhüter. Für ihn persönlich geht es in den drei Partien bis Weihnachten auch darum, sich für weitere Einsätze im neuen Jahr zu empfehlen. Sonst folgt nach Mathenias Rückkehr der nächste Rückschlag für Bredlow.

David Bernreuther

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