SSC Napoli geht mit Selbstvertrauen ins "Endspiel" bei den Reds

Neapel in Liverpool - ohne Bus gegen böse Erinnerungen

Carlo Ancelotti, Mohamed Salah und Jürgen Klopp

Hat Mohamed Salah und Jürgen Klopp auf dem Schirm, das Achtelfinale aber im Blick: Napoli-Coach Carlo Ancelotti. imago

Vor dem Showdown in der Champions League am Dienstagabend (21 Uhr, LIVE! bei kicker.de und live wie auf Abruf bei DAZN ) haben sowohl der FC Liverpool ( 4:0 beim AFC Bournemouth ) als auch die SSC Napoli ( 4:0 gegen Frosinone Calcio ) ihre Generalproben erfolgreich überstanden.

Doch diese Spiele sind längst abgehakt, der Blick richtet sich einzig und allein auf das entscheidende Aufeinandertreffen. Die Ausgangslage vor dem Duell an der Anfield Road ist folgende: Nach dem verdienten 1:0 gegen den von Jürgen Klopp trainierten FC Liverpool hat Neapel einen Vorteil, für den Einzug ins Achtelfinale reicht auch schon ein Remis wie eine knappe Pleite (1:2, 2:3, 3:4...). Haken existieren allerdings auch für die Süditaliener: Weil am 1. Spieltag bei Roter Stern Belgrad trotz bester Chancen lediglich ein 0:0 heraussprang, könnte das Team von Coach Carlo Ancelotti am Ende auch bei neun Punkten nach zwei Siegen und drei Unentschieden stehenbleiben. Möglich also, dass Paris Saint-Germain (acht Zähler, zu Gast in Serbien) und eben Liverpool zum Beispiel mit einem 2:0-Erfolg aufgrund des dann erfolgreichen direkten Vergleichs oder gar mit einem 1:0 weiter ziehen.

Champions League - Vorrunde, 6. Spieltag
FC Liverpool - Vereinsdaten

Gründungsdatum

15.03.1892

Vereinsfarben

Rot-Weiß

SSC Neapel - Vereinsdaten

Gründungsdatum

01.08.1926

Vereinsfarben

Blau-Weiß

FC Liverpool - Die letzten Spiele
Everton (H)
5
:
2
Brighton and Hove (H)
2
:
1
SSC Neapel - Die letzten Spiele
Bologna (H)
1
:
2
Liverpool (A)
1
:
1
Spielersteckbrief José Callejon

Callejon Bueno José Maria

Spielersteckbrief L. Insigne

Insigne Lorenzo

Spielersteckbrief Mertens

Mertens Dries

Spielersteckbrief Koulibaly

Koulibaly Kalidou

Spielersteckbrief Milik

Milik Arkadiusz

"Das beste Mittelfeld der Serie A"

Mit Rechenschieber stattet sich der frühere Bayern-Trainer Ancelotti deswegen aber nicht aus - vielmehr skizziert "Carletto" lieber den Plan fürs "Endspiel" gegenüber "Sky Sport Italia": Sofort nach dem 4:0 gegen Frosinone habe er und sein Team den Blick auf Liverpool gerichtet - und zwar "ruhig, besonnen und voller Konzentration".

Der 59-Jährige geht auch ins Detail - vor allem bezüglich der am Wochenende geschonten Stammkräfte Dries Mertens, José Callejon oder auch Mario Rui: "Sicherlich reisen wir alle mit der richtigen Mentalität an, außerdem sind die Spieler in sehr guter Form." Dass er der felsenfesten Überzeugung ist, dass es das aus seiner Sicht "beste Mittelfeld der Serie A" um Kapitän Hamsik oder Allan mit dem aktuellen Premier-League-Tabellenführer aufnehmen kann, versteht sich dabei von selbst. Vielmehr stellt der für taktische Meisterleistungen bekannte Ancelotti klar: "Es ist fundamental, dass wir am Dienstag einen positiven Einfluss aufs Spiel nehmen, selbst die Initiative ergreifen. Wir sind nicht dazu geschaffen, den Bus vor dem eigenen Tor zu parken - unabhängig davon ist das in diesem Spiel auch nicht ratsam."

Ancelottis Meisterstück

Furcht vor der stimmungsgeladenen Atmosphäre in England verspührt der dreimalige Champions-League-Sieger (zweimal mit Milan, einmal mit Real Madrid) ebenfalls nicht: "Ich habe viele besondere Erinnerungen von Anfield, besonders als ich 2010 mit Chelsea dort die Meisterschaft gewonnen habe. Das ist ein fantastisches und einzigartiges Stadion, wie unser San Paolo - und für uns ist es natürlich eine Ehre, dort spielen zu dürfen."

Benitez und das bittere Aus

Rafael Benitez

Denkt noch einmal an 2014 zurück: Ex-Napoli-Coach Rafael Benitez. imago

Ein Trainerkollege von Ancelotti indes, Rafa Benitez, erinnert indes an eine höchst negative Erfahrung, die vielleicht bei manch einem Napoli-Fan noch verankert ist. Der aktuelle Coach von Erstligist Newcastle United stand höchst selbst bei den Neapolitanern (2013-2015) unter Vertrag, als sie in der Gruppenphase 2013/14 trotz erreichter zwölf Punkte als Dritter das Nachsehen hatten. "Diese Enttäuschung war schwer zu verkraften", denkt Benitez gegenüber dem "Corriere delllo Sport" zurück. "Das war ein einzigartiger Fall, den es meiner Meinung nach so nie mehr geben wird. Ich kann mir aber vorstellen, dass Napoli diese Erinnerung dazu nutzen wird, um weiter zu wachsen."

Heißt im Klartext: Die Partenopei wollen Liverpool und Paris nicht wie damals Borussia Dortmund und den FC Arsenal noch vorbeiziehen lassen.

mag