Stadion soll zweitligatauglich werden

1860-Präsident Reisinger: "Lösung wie in Leipzig: Das hätte was"

Robert Reisinger

Denkt an die Zukunft der Münchner Löwen: Robert Reisinger. imago

Nach dem 0:0 bei Fortuna Köln am Samstag steht der TSV 1860 weiterhin im Mittelfeld der Drittligatabelle, auf Rang neun. Das entspricht in etwa der Qualität des aktuellen Löwen-Kaders. Aber klar ist auch: Der Verein will zurück in die 2. Liga. Nach kicker-Informationen spätestens 2021. Bis dahin aber brauchen die Münchner erstmal ein taugliches Stadion.

Die aktuelle Heimstätte, das Grünwalder Stadion, ist mit einem Fassungsvermögen von 15000 Zuschauern zu klein. Zudem fehlen die Voraussetzungen für eine umfassende Vermarktungsstrategie, genauso die Logen für Vip-Gäste. "Wir müssen mit der Stadt eine Lösung finden, wie wir das Stadion zweitligatauglich kriegen", sagt Löwen-Präsident Robert Reisinger, der ein wenig in Nostalgie schwelgend und trotz berechtigter Diskussionen den derzeitigen Standard als zukunftsfähig erachtet: "Ich glaube schon, dass der Trend wieder zum städtischen Stadion geht, und das Stadion draußen auf der grünen Wiese aus der Mode kommt. Mit einem Sechziger-Stadion haben wir bessere Vermarktungschancen, als mit einem Neubau in der Prärie, wo es zu Sechzig keinen Bezug gibt. Was Logen und Business-Seats angeht – da müssen wir eben kreative Lösungen finden."

Heißt: Das Grünwalder Stadion, von 1860 ebenso für Heimspiele gemietet wie von FC Bayern II, soll am liebsten um- und ausgebaut werden. Eine Rückkehr in die Allianz Arena ist ohnehin ausgeschlossen. 2017, nach dem Abstieg, kündigte man die Verträge dort. Ein möglicher Umzug ins denkmalgeschützte Olympia Stadion ist schwer realisierbar. Trotzdem, sagt Reisinger im Gespräch mit dem kicker, will er das nicht ausschließen: "Wenn wir so eine Lösung wie in Leipzig finden würden, so ein Stadion im Stadion: Das hätte was. Da wäre ich dafür. Alles ein wenig enger machen, Rasenheizung. Das könnte auch eine Heimat sein."

Lesen Sie in der aktuellen Montagsausgabe den großen 1860-Report "Die Hölle der Löwen", in dem der kicker neben der Stadion-Problematik auch die Differenzen zwischen den Gesellschaftern in der Führungsetage beleuchtet. Zudem wird erklärt, wie 1860 in zweieinhalb Jahren aufsteigen will und welche Rollen Investor Hasan Ismaik, Sportchef Günther Gorenzel und Trainer Daniel Bierofka einnehmen.

Georg Holzner / moz