Bremen: Nach mehreren Kurzeinsätzen endlich Startelf

Möhwalds Strategie: Nicht ins Schneckenhaus

Kevin Möhwald

Nicht zurückgezogen, sondern dran geblieben: Kevin Möhwald konnte endlich zeigen, was in ihm steckt. imago

Nach dem Sieg, den er mit seinem fulminanten Treffer zum 1:0 eingeleitet hatte, bekam der 25-jährige Mittelfeldakteur das Strahlen gar nicht mehr aus dem Gesicht. Und wie zuvor auf dem Rasen überzeugte der Ex-Nürnberger auch mit der Einordnung seiner Rolle.

Weniger als eine Stunde hatte vor Düsseldorf Möhwalds gesamte Einsatzzeit seit seinem ablösefreien Wechsel an die Weser im vergangenen Sommer betragen, verteilt auf fünf Kurzeinsätze. Von Kohfeldt gab es zwar immer wieder öffentliches Lob, doch die ganz konkrete Anerkennung in Form von Spielzeit ließ auf sich warten. Dennoch fühlte sich Möhwald nicht links liegengelassen. Sein Eindruck: "Der Trainer hat immer wieder honoriert, welche Leistung ich im Training und nach den Einwechslungen bringe. Wir haben viel miteinander gesprochen. Auch darüber, dass es irgendwann soweit sein wird, dass ich von Anfang an spiele."

Offenbar also ein Musterbeispiel für gelungene Kommunikation, zu der sowohl der Coach aber eben auch der Spieler seinen unabdingbaren Teil beitrug. Schließlich räumt Möhwald ein: "Klar, für Einsätze gibt es letztlich keinen Ersatz. Und so eine Situation ist umso schwieriger, wenn man wie ich aus den letzten Jahren gewohnt ist, zu spielen." Doch meisterte der Profi seine Lage mit einer bemerkenswerten Strategie: "Es hätte mir ja nichts genützt, wenn ich den Kopf runtergenommen und weniger gemacht hätte. Wenn ich mich in den letzten Wochen und Monaten in mein Schneckenhaus zurückgezogen hätte, dann hätte ich jetzt nicht abliefern können. Ich habe den anderen Weg gewählt – und der wird dann auch honoriert." Zur Freude des ganzen Klubs.

Thiemo Müller

Bilder zur Partie Werder Bremen - Fortuna Düsseldorf