Düsseldorf: Die Mängelliste nach der Pleite in Bremen

Funkels Warnung an Lukebakio: "Was ist das für eine Aktion?"

Dodi Lukebakio

Sorgte nach seinem Tor für Ärger: Dodi Lukebakio. imago

Es steht die Aussage, ein ekliger Gegner sein zu wollen. Mehr investieren als die anderen solle seine Mannschaft, viel laufen, sperrig sein, giftig in den Zweikämpfen. Das war Friedhelm Funkels Forderung zu Saisonbeginn. Die Realität sieht anders aus. "In vielen Situationen", gesteht Funkel ein, "sind wir zu brav. Ab und zu müssen wir auch mal gnadenlos dazwischengehen."

Die Worte klingen hart, aber es liegt auf der Hand, wie Funkels Kritik an seinen Spielern gemeint ist. "Es geht natürlich nicht darum, einen Gegenspieler zu verletzen. Aber insgesamt muss ich hinten auch mal gnadenlos und rustikal, ja fast brutal sein", fordert Funkel. "Diese leichten Gegentore wie jetzt in Bremen ärgern mich mächtig."

Beim zweiten Gegentor zum Beispiel wehrt Michael Rensing den Ball nach vorne ab, wo aber wieder mal kein Abwehrspieler bereit steht, um zu klären. "Beim dritten Gegentor ist der Ball gefühlt 30 Minuten in der Luft und kommt zwei Meter vor dem Tor runter. Da sind wir zu körperlos, zu gutmütig und zu anständig. Da muss ich dann auch mal dazwischenhauen."

"Das wiederholt sich, das ist ja gerade das Schlimme"

Natürlich ist der aktuelle Tabellenplatz 18 auch ein Beleg für fehlende fußballerische Qualität im Kader. Aber ein bisschen mehr Gift, ein bisschen mehr energische Gegenwehr wünscht Funkel sich dann doch von seinem Team. "Eigentlich hatte ich bis zur 72. Minute nicht das Gefühl, dass wir das Spiel verlieren müssen. Aber dann verhalten wir uns wieder so schlecht in der Defensive." Nicht zum ersten Mal, wie Funkel anmerkt: "Das wiederholt sich, das ist ja gerade das Schlimme."

Kritik ganz anderer Art musste sich Top-Schütze Dodi Lukebakio anhören, den Funkel verständlicherweise ins Gebet nahm. Zwar schnappte sich der belgische U-21-Nationalspieler kurz vor dem Halbzeitpfiff mutig den Ball und verwandelte den Hand-Elfmeter sicher zum 1:1, seinem sechsten Saisontor. Ansonsten aber leistete er sich erneut Mätzchen, die er unbedingt unterlassen sollte.

Funkel warnt Lukebakio: "Das geht nicht, das hat nichts mit Fußball zu tun"

Denn nach seinem Treffer schnappte sich Lukebakio den Ball und wollte ihn schier gar nicht mehr rausgeben. Eine dumme und überflüssige Einlage, die Funkel zu Recht anprangerte. "Was soll das, was ist das für eine Aktion? Da provoziert er nur, er soll den Ball rausrücken."

In der zweiten Halbzeit fiel der Offensivmann dann auch noch unangenehm auf, als er nach einem Zweikampf zunächst am Boden liegen blieb, als sei er schwer verletzt. Kurz darauf aber sprang der Belgier auf und war plötzlich wieder topfit. Logisch, dass Funkel sich solche Mätzchen nicht bieten lassen will. "Das geht nicht, das hat nichts mit Fußball zu tun. Das werde ich ihm nicht durchgehen lassen." Drum hat Funkel schon angekündigt, dass er seinen Offensivmann in den nächsten Tagen zum Gespräch bitten wird. Der Top-Scorer kann sich auf einen deftigen Rüffel einstellen.

Oliver Bitter

Bilder zur Partie Werder Bremen - Fortuna Düsseldorf