Der Wolfsburger Rechtsverteidiger ist noch ohne Einsatzminute

Verhaegh: Das Ende der Leidenszeit

Paul Verhaegh

Legt am Samstag die Jacke wohl ab: Wolfsburg Paul Verhaegh. imago

Die Narbe auf seiner Stirn ist ein Andenken an das letzte Pflichtspiel, das Paul Verhaegh für den VfL Wolfsburg bestritten hat. Am 34. Spieltag der Vorsaison rasselte der Rechtsverteidiger mit Jannes Horn vom 1. FC Köln zusammen und zog sich eine schwere Platzwunde zu. Die Spielzeit war für den Niederländer vorzeitig beendet, die Relegation gegen Holstein Kiel verpasste er. Der nächste Rückschlag dann in der neuen Saison: Aus dem Stammspieler, der in seinem ersten VfL-Jahr 31 Spiele bestritten hat, wurde ein Dauerreservist. "Natürlich hofft man als Spieler auf seine Chance", sagt der Routinier, "aber die kam nicht." Das dürfte sich am Samstag gegen Hoffenheim ändern.

Am Ende zählt, dass man auf dem Rasen steht. Wenn man nicht spielt, kann man nicht hundertprozentig zufrieden sein.

Paul Verhaegh

Es geschah spät in der Nachspielzeit am vergangenen Sonntag in Frankfurt (2:1). VfL-Rechtsverteidiger William kassierte seine fünfte Gelbe Karte. "Ich wusste nicht, dass er nun gesperrt ist", sagt Verhaegh, der nun der logische Nachrücker ist - zumal mit Sebastian Jung ein weiterer Ersatzkandidat verletzt ist. "Ich gehe davon aus", erklärt Verhaegh, "dass ich meine ersten Minuten mache." 13 Spiele, 13-mal Bank, null Einsatzminuten. Die bisherige Saison verlief so gar nicht nach dem Geschmack des Abwehrspielers. "Als Spieler will man spielen. Ich musste lange warten, das habe ich so noch nicht erlebt."

Eine Leidenszeit, die der 35-Jährige professionell hinnimmt. "Nach der Vorbereitung hat der Trainer eine Entscheidung getroffen und William bevorzugt - das ist bis heute der Fall." Trotz zwischenzeitlicher Schwächephase hielt Labbadia an dem Brasilianer fest. "Der Trainer", sagt Verhaegh nüchtern, "trifft die Entscheidungen." Die sind zu akzeptieren.

Keine Wechselgedanken

Schlechte Stimmung hat Verhaegh dennoch nicht verbreitet. "Die Kollegen unterstützen, für gute Stimmung sorgen, das habe ich versucht." Einen Ersatz für Einsätze gebe es dennoch nicht. "Am Ende zählt, dass man auf dem Rasen steht. Wenn man nicht spielt, kann man nicht hundertprozentig zufrieden sein." Wechselgedanken hege er dennoch nicht. "Ich bin keine 21 mehr, habe Familie, die Kinder gehen hier zur Schule. Ich versuche mich durchzubeißen." Am liebsten auf dem Rasen.

Thomas Hiete