Grindel begründet das Votum

Darum hat der DFB für den neuen Wettbewerb gestimmt

Reinhard Grindel mit Aleksander Ceferin

Die deutsche Zustimmung war auch eine politische Entscheidung: Reinhard Grindel mit Aleksander Ceferin. picture alliance

Wie viel Fußball darf es sein? Wo ist die Grenze? Die großen Turniere werden immer weiter aufgestockt, die Anstoßzeiten eines Spieltages werden in den Ligen über drei bis vier Tage verteilt. Nun also auch noch ein dritter europäischer Wettbewerb - den es übrigens früher schon mal gab.

"Das ist ein weiteres Indiz dafür, dass die Faninteressen von der UEFA immer weniger beachtet werden", sagte Jochen Grotepaß von der Fan-Interessengemeinschaft "Unsere Kurve" am Montag der Deutschen Presse-Agentur. "Da wird wieder weiter an der Kommerzialisierungsschraube gedreht." Grotepaß rechnet damit, dass verschiedene Fanszenen auch zum Thema Europa League 2 Protestaktionen koordinieren könnten.

Ungeachtet der kritischen Stimmen von der Basis verteidigten DFB-Boss Reinhard Grindel und UEFA-Präsident Aleksander Ceferin die Entscheidung des Exekutivkomitees vom Sonntagabend in Dublin . In einem Interview auf DFB.de erklärt Grindel heute die Beweggründe, warum der Verband seine Stimme für den Vorschlag abgegeben hat.

Für die Bundesligisten ändert sich wenig

Zum einen habe der DFB dafür gestimmt, "weil es das völlig falsche Zeichen gewesen wäre, nach dem sehr eindeutigen Votum der UEFA für eine EURO 2024 in Deutschland in dieser Frage auszuscheren und gegen die klaren Mehrheiten im Exko und gegen den Solidaritätsgedanken mit den kleineren Verbänden zu stimmen", führt Grindel aus und fährt fort, dass sich zum anderen für die deutschen Klubs nicht viel geändert habe. "Es werden weiterhin vier Teams aus der Bundesliga an der Champions League teilnehmen. Außerdem sind zwei Klubs direkt für die Europa League qualifiziert. Der Vorteil für die siebte deutsche Mannschaft wird sein, dass sie nicht im Juli, sondern dann erst im August in den Wettbewerb einsteigt."

Dem Vorwurf, dass es letztlich nur ein Cup der Namenlosen sei, tritt Grindel damit entgegen, dass ja auch Klubs aus Spanien, England, Italien oder Frankreich mitspielen würden. Allerdings war bei den Fernsehstationen zuletzt schon die Nachfrage nach der Europa League eher gering. Zu unattraktiv sind aus TV-Sicht die Teilnehmer. Wie wird es da erst bei der Europa League 2 aussehen? Und so könnten am Ende doch die "Kleinen" verlieren. Lesen Sie hier, was wirklich hinter der Reform steckt.

tru