Verlieren am Ende doch die "Kleinen"?

Dritter Europacup: Was wirklich hinter der Reform steckt

Champions-League-Bälle

Wird die Champions League bald noch exklusiver? imago

Mit dem Europapokal der Landesmeister, dem Europapokal der Pokalsieger und dem UEFA-Cup gab es einst drei Wettbewerbe. Und ab 2021 werden es nach Abschaffung des Pokalsieger-Wettbewerbs im Jahr 1999 und 22 Jahren im dualen System nun wieder drei Wettbewerbe sein. Doch um es mit dem Hit von Mark Forster zu sagen: "Es wird nie mehr sein, wie es war - au revoir!"

Klar, dass die am Sonntag von der UEFA beschlossene Einführung eines dritten Wettbewerbs unterhalb von Champions und Europa League konträre Reaktionen auslöst in den großen und den kleinen Fußballnationen, bei den Topvereinen und der Mehrheit der anderen Klubs in den ersten Ligen Europas.

Die Topklubs wollen die Champions League ab 2024 verkleinern

Doch hinter dieser Reform stecken ganz andere Pläne. Über den Zyklus 2021 bis 2024 hinaus gibt es handfeste Interessen einiger Topvereine, die gerade mit dem Vorstoß der Gründung einer europäischen Super League abgeblitzt sind. Ab 2024 soll die Champions League nach deren Vorstellungen neu etikettiert werden: über eine Reduzierung von aktuell 32 Startern in der Gruppenphase auf nur noch 24 Klubs und auf Kosten der Kleineren wie zum Beispiel Athen oder Bern, die im laufenden Wettbewerb nur "Kanonenfutter" sind. Sie wären dann ab 2024 wieder "zweitklassig" in der Europa League - das zur aktuellen Version einer Reform zu Gunsten der kleineren Verbände und Vereine.

Und mit der nächsten Reform einer Reform wäre dann doch eine Super League geschaffen, deren Teilnehmer bei weniger Spielterminen ihre Globalisierungsvorhaben mit weiteren Spielen und Marketingveranstaltungen in Amerika und Asien noch stärker forcieren können.

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Rainer Franzke

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