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Auch der Ballon d'Or geht an Luka Modric

Hegerberg als erste Frau geehrt - Mbappé bester Jungprofi

Auch der Ballon d'Or geht an Luka Modric

Luka Modric

Ein Jahr voller Auszeichnungen: Luka Modric. imago

Der Kapitän der kroatischen Nationalmannschaft setzte sich beim Votum der Journalisten deutlich gegen Cristiano Ronaldo (Real Madrid/Juventus Turin) und Antoine Griezmann (Atletico Madrid) durch. Lionel Messi (FC Barcelona) landete als Fünfter noch hinter Kylian Mbappé (Paris Saint-Germain), der zudem mit dem erstmals vergebenen Kopa-Award für den besten Nachwuchsspieler ausgezeichnet wurde. Es ist das erste Mal seit 2007 (!), dass der Ballon d'Or weder an Cristiano Ronaldo, noch an Lionel Messi ging. Kein Bundesliga-Spieler schaffte es 2018 unter die Top-30.

Hegerberg erhält den ersten Ballon d'Or Feminin - Maroszan Dritte

Zum ersten Mal wurde der Ballon d'Or auch an eine Frau verliehen. Ada Hegerberg von Olympique Lyon durfte sich über die Auszeichnung freuen. Die Norwegerin gewann mit "OL" 2018 zum dritten Mal in Folge die Champions League. Die 23-Jährige siegte vor der Dänin Pernille Harder vom VfL Wolfsburg und der deutschen Nationalspielerin Dzsenifer Maroszan, die wie Hegerberg für Lyon spielt.

Spielersteckbrief Cristiano Ronaldo

Dos Santos Aveiro Cristiano Ronaldo

Spielersteckbrief Modric

Modric Luka

Spielersteckbrief Griezmann

Griezmann Antoine

Moderator Martin Solveig sorgt für Eklat

Martin Solveig, der Moderator der Veranstaltung, fragte Hegerberg bei der Preisverleihung auf der Bühne am Montagabend in Paris, ob sie "twerken" wolle, also tief in der Hocke mit dem Po wackeln. Die 23-Jährige von Olympique Lyon, die als erste Spielerin mit der Auszeichnung des französischen Fachmagazins "France Football" bedacht wurde, reagierte sichtlich entsetzt auf die Frage, verlor ihr Lächeln, wandte sich mit einem abrupten "Nein" und versteinertem Gesicht ab. Solveig, der auch als DJ bekannt ist, entschuldigte sich anschließend via Twitter bei Hegerberg. Dennoch wurde er für sein dümmliches und sexistisches Verhalten heftig kritisiert. Einer der prominentesten Kritiker war der britische Tennis-Star Andy Murray. "Ein weiteres Beispiel für den lächerlichen Sexismus, den es noch immer im Sport gibt", schrieb der zweimalige Wimbledonsieger: "Warum müssen sich Frauen immer noch mit solchem Scheiß abgeben?"

Ada Hegerberg

Die erste Frau, die den Ballon d'Or erhielt: Ada Hegerberg. Getty Images

Drei Titel für Modric

Modric indes blickt auf ein außergewöhnliches Jahr zurück, gewann mit Real Madrid zum dritten Mal nacheinander die Champions League und war dabei einer der absoluten Leistungsträger. Zudem führte er bei der WM in Russland Kroatien als Kapitän bis ins Finale (2:4 gegen Frankreich) und wurde zum besten Spieler des Turniers gewählt.

Der 33-Jährige wurde anschließend von der UEFA als Europas Fußballer des Jahres ausgezeichnet. Zudem wurde Modric zum FIFA-Weltfußballer gewählt und beendete auch hier die Ära von Ronaldo und Messi, die sich in den zehn Jahren zuvor den Titel stets untereinander aufteilten.

Der Ballon d'Or wird durch die französische Fachzeitschrift "France Football" vergeben. Zwischen 2010 und 2015 hatte der Weltverband FIFA aufgrund eines Deals mit "France Football" die Auszeichnung verliehen. In diesem Zeitraum ersetzte die Auszeichnung die Wahl zum Weltfußballer des Jahres. Seit 2016 wird der Preis wieder in Eigenregie von "France Football" vergeben. Die FIFA richtet mit "The Best" eine eigene Wahl aus. ( Was ist was? Die verschiedenen Auszeichnungen im Überblick )

Zum genauen Vergabemodus:

Eine Fachjury aus 180 internationalen Journalisten (ein Journalist pro Nation) wählt den Gewinner aus einer Liste von 30 Spielern, die die Redaktion von "France Football" festlegt. Jeder Juror darf an fünf verschiedene Spieler sechs, vier, drei, zwei und einen Punkt vergeben. Der Spieler mit den meisten Punkten bekommt die Auszeichnung.

Ballon d'Or 2018: Wer wo landete

Die Gewinner des Ballon d'Or seit 1956:

2018 Luka Modric (Kroatien/Real Madrid)
2017 Cristiano Ronaldo (Portugal/Real Madrid)
2016 Cristiano Ronaldo (Portugal/Real Madrid)
2015* Lionel Messi (Argentinien/FC Barcelona)
2014* Cristiano Ronaldo (Portugal/Real Madrid)
2013* Cristiano Ronaldo (Portugal/Real Madrid)
2012* Lionel Messi (Argentinien/FC Barcelona)
2011* Lionel Messi (Argentinien/FC Barcelona)
2010* Lionel Messi (Argentinien/FC Barcelona)
2009 Lionel Messi (Argentinien/FC Barcelona)
2008 Cristiano Ronaldo (Portugal/Manchester United)
2007 Kaka (Brasilien/AC Mailand)
2006 Fabio Cannavaro (Italien/Real Madrid)
2005 Ronaldinho (Brasilien/FC Barcelona)
2004 Andriy Shevchenko (Ukraine/AC Mailand)
2003 Pavel Nedved (Tschechien/Juventus Turin)
2002 Ronaldo (Brasilien/Inter Mailand-Real Madrid)
2001 Michael Owen (England/FC Liverpool)
2000 Luis Figo (Portugal/Real Madrid)
1999 Rivaldo (Brasilien/FC Barcelona)
1998 Zinedine Zidane (Frankreich/Juventus Turin)
1997 Ronaldo (Brasilien/Inter Mailand)
1996 Matthias Sammer (Deutschland/Borussia Dortmund)
1995 George Weah (Liberia/AC Mailand)
1994 Hristo Stoichkov (Bulgarien/FC Barcelona)
1993 Roberto Baggio (Italien/Juventus Turin)
1992 Marco van Basten (Niederlande/AC Mailand)
1991 Jean-Pierre Papin (Frankreich/Olympique Marseille)
1990 Lothar Matthäus (Deutschland/Inter Mailand)
1989 Marco van Basten (Niederlande/AC Mailand)
1988 Marco van Basten (Niederlande/AC Mailand)
1987 Ruud Gullit (Niederlande/AC Mailand)
1986 Igor Belanov (UdSSR/Dynamo Kiew)
1985 Michel Platini (Frankreich/Juventus Turin)
1984 Michel Platini (Frankreich/Juventus Turin)
1983 Michel Platini (Frankreich/Juventus Turin)
1982 Paolo Rossi (Italien/Juventus Turin)
1981 Karl-Heinz Rummenigge (Deutschland/Bayern München)
1980 Karl-Heinz Rummenigge (Deutschland/Bayern München)
1979 Kevin Keegan (England/Hamburger SV)
1978 Kevin Keegan (England/Hamburger SV)
1977 Allan Simonsen (Dänemark/Borussia Mönchengladbach)
1976 Franz Beckenbauer (Deutschland/Bayern München)
1975 Oleg Blochin (UDSSR/Dynamo Kiew)
1974 Johan Cruyff (Niederlande/FC Barcelona)
1973 Johan Cruyff (Niederlande/FC Barcelona)
1972 Franz Beckenbauer (Deutschland/Bayern München)
1971 Johan Cruyff (Niederlande/Ajax Amsterdam)
1970 Gerd Müller (Deutschland/Bayern München)
1969 Gianni Rivera (Italien/AC Mailand)
1968 George Best (Nordirland/Manchester United)
1967 Florian Albert (Ungarn/Ferencvaros Budapest)
1966 Bobby Charlton (England/Manchester United)
1965 Eusebio (Portugal/Benfica Lissabon)
1964 Denis Law (Schottland/Manchester United)
1963 Lev Yashin (UdSSR/Dynamo Moskau)
1962 Josef Masopust (CSSR/Dukla Prag)
1961 Omar Sivori (Italien/Juventus Turin)
1960 Luis Suarez (Spanien/FC Barcelona)
1959 Alfredo Di Stefano (Spanien/Real Madrid)
1958 Raymond Kopa (Frankreich/Real Madrid)
1957 Alfredo Di Stefano (Spanien/Real Madrid)
1956 Sir Stanley Matthews (England/FC Blackpool)

* Sieger beim FIFA Ballon d'Or (2010 bis 2015)

tru/ski