Aktuell einen Punkt besser als im Vorjahr

TSG will erneut in die Champions League

Kerem Demirbay

Möchte mit Hoffenheim hoch hinaus: Kerem Demirbay. imago

Dennoch hätte der 25-Jährige nur zu gerne höchstpersönlich den Ball zum frühen 1:0 ins Schalker Netz gedroschen. "Wenn ich heute fünf Dinger hätte machen können, hätte ich alle fünf reingeschossen", versicherte Demirbay bei aller alten Liebe. Doch bei Hoffenheims bester Gelegenheit scheiterten die Hausherren mit einer Doppelchance gleich zweimal am starken Schalker Torhüter Ralf Fährmann. Erst parierte Fährmann gegen Demirbay, dann noch im Nachschuss gegen Joelinton. "Ich weiß gar nicht, wie er den gehalten hat", rätselte Demirbay, der seinen im Fallen abgefeuerten Schuss nicht verfolgen konnte. "Ich musste mehr oder weniger fliegen, damit ich den Ball überhaupt noch treffe." Nach den Fernsehbilder war klar: "Bei meinem Schuss hat er Glück, den anderen hält er gut."

Auch in der letzten Aktion des Spiels war für Demirbay und Joelinton bei Fährmann die Endstation. Mit Gefühl und Präzision hatte der Linksfuß vors Schalker Tor geflankt und der Brasilianer den Ball mit dem Kopf verlängert. Es blieb beim 1:1. "Das Unentschieden geht in Ordnung, wir hatten genügend Chancen, um zu gewinnen, aber der Gegner auch", bilanzierte Demirbay, "man hat gemerkt, dass die Beine nicht so frisch waren. Aber wir sind seit sechs Spielen in der Liga ungeschlagen, das ist nicht so schlecht."

Auch Trainer Julian Nagelsmann, der zuletzt seine Aversion gegen Remis kundtat ("Unentschieden gehen mir total auf den Sack.") konnte diesmal "mit dem Punkt gut leben. Wir haben eine starke erste Halbzeit gespielt, das waren wir klar besser als der Gegner, natürlich hat das Tor gefehlt. Da haben wir auch sehr gut verteidigt und hatten auch gute Balleroberungen", so der 31-Jährige, "in der 2. Halbzeit haben beiden Teams die Körner gefehlt und auch die Struktur, da ging es wild hin und her." Auch die erneut verspielte Führung mochte Nagelsmann nicht zu hoch hängen. "Grundsätzlich musst du in Führung gehen, um eine verspielen zu können, das ist schon mal ein positiver Aspekt. Wir haben auch schon viele Punkte in den letzten Minuten geholt, ich glaube, das hält sich die Waage."

Immerhin scheint seine Truppe das Aus in der Champions League verkraftet zu haben. Mit dem 21. Punkt steht die TSG sogar um einen Zähler besser da als zum gleichen Zeitpunkt in der Vorsaison, die mit der besten Platzierung der Hoffenheimer Bundesligageschichte endete. Also visieren die Kraichgauer erneut die Qualifikation für die Königsklasse an. "Die Chance ist realistisch. Wir werden es probieren, wir stehen in der Tabelle okay, wir sollten das auf jeden Fall angreifen", findet Oliver Baumann.

Michael Pfeifer

Bilder zur Partie TSG Hoffenheim - FC Schalke 04