Hoffenheim gegen Schalke: Emotion trifft Kontrolle

Nagelsmann vs. Tedesco: Spezielle Konkurrenz

Julian Nagelsmann und Domenico Tedesco (re.)

Wiedersehen in Sinsheim: Julian Nagelsmann und Domenico Tedesco (re.). imago

Während Nagelsmann zunächst die heikle Mission Klassenerhalt bewältigte und die TSG in den zwei Spielzeiten darauf in ungeahnte Sphären hievte, führte Tedescos Weg über Erzgebirge Aue zum FC Schalke 04 – inklusive Vize-Meisterschaft 2018. Beide jung, ambitioniert, erfolgreich. Es ist eine spezielle Konstellation. Wenn sich am Samstagabend in Sinsheim ihre Klubs duellieren (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de), treffen nicht nur zwei Kollegen aufeinander, sondern auch zwei Konkurrenten. Hier Rekordmann Nagelsmann (31), dort der nicht einmal zwei Jahre ältere Tedesco (33). Seit dessen vergangener Saison hat Nagelsmann den Nimbus des über Gebühr erfolgreichen, extrem jungen Trainers nicht mehr ganz alleine inne.

Nagelsmann flapsig-forsch, Tedesco taktisch-technisch

Dabei unterscheiden sich ihre Ansätze stark, stilistisch wie im Auftreten. Während Nagelsmann oft flapsig-forsch daherkommt, wirkt Tedesco in seinen doch sehr taktischen Referaten technisch. Was in gewisser Art und Weise auch auf ihren Fußball ausstrahlt: Schalke errang sich den zweiten Platz mit defensiv angelegtem Spiel, die TSG dagegen marschierte mit Spektakel in die Königsklasse. Emotion trifft Kontrolle, könnte man beschreiben. Im Sommer jedenfalls entwickelte sich aus dieser speziellen Konstellation eine spezielle Konkurrenz – auf dem Transfermarkt.

Denn als sowohl Schalke als auch RB Leipzig im August um Sebastian Rudy buhlten, war es Nagelsmann ein besonderes Bedürfnis, ihn zu seinem künftigen Arbeitgeber zu lotsen. Zur Erinnerung: Zwei Monate zuvor hatten die Sachsen und der TSG-Coach ihre Zusammenarbeit ab 2019 offiziell gemacht. Dass er mit Rudy seinen einstigen Hoffenheimer Spielmacher gerne im RB-Mittelfeld gesehen hätte, ist nachvollziehbar.

Szalai gegen den Ex-Klub - "Überragende Offensive"

Als der Transfer des Nationalkickers nach Gelsenkirchen fix war, gab es nach kicker-Informationen Glückwünsche aus dem Kraichgau in den Pott, wohin es mit Mark Uth im Sommer einen weiteren Ex-Hoffenheimer (29 Tore/13 Assists/kicker-Note 3,21) verschlug, der auf Schalke (kicker-Note 4,17) zunächst Anlaufschwierigkeiten hatte und nun verletzt ist. Auf der Gegenseite bringt beispielsweise Adam Szalai eine Schalker Vergangenheit (3,97) mit, der im Kraichgau wieder an stärkere Zeiten anknüpfte (3,56). Kein Wunder also, dass Rudy nach dem Schalker Königsklassenauftritt von einem Gegner "mit starkem Team und überragender Offensive" sprach. Zu Trainers übrigens, so erklärte der 28-Jährige am Mittwochabend augenzwinkernd, sage er generell nichts. Das überlasse er lieber anderen.

Benni Hofmann/TL