Hoffenheim: Unwucht zwischen Leistung und Ertrag

Auf 2:2 spielen? Nordtveit: "Ist nicht unsere Art"

Vorne Spektakel, hinten Tristesse: Havard Nordtveit verlor mit der TSG Hoffenheim gegen Donezk.

Vorne Spektakel, hinten Tristesse: Havard Nordtveit verlor mit der TSG Hoffenheim gegen Donezk. imago

"Wenn ich die Antwort habe, werde ich es dem Trainer sagen", entgegnete der Norweger auf die Frage nach der Unwucht. Vorne Spektakel, hinten Tristesse, wobei es selbstredend falsch wäre, dieses Problem allein am Defensivpersonal festzumachen. "Wenn wir unsere Chancen machen . . .", setzte Pavel Kaderabek an. Der Rechtsverteidiger brauchte den Satz nicht zu beenden, so offensichtlich war, was diesen Worten folgen müsste. So offensichtlich aber ist auch die Feststellung: Fußball funktioniert nicht im Konditionalis, sondern im Indikativ. Die Chancen nutzten nämlich die Ukrainer und die TSG verspielte so auch noch die zuvor gute Ausgangsposition, um über Rang drei wenigstens in der Europa League zu überwintern.

Man mag der Elf von Julian Nagelsmann gar keinen Vorwurf machen, wenn sie einem Urgedanken des Sports folgt. Ein 2:2 halten? "Das ist nicht unsere Art und Weise. Wir spielen offensiv, wir wollen gewinnen", sagt Nordtveit, weiß aber angesichts dreier Gegentore auch: "Es ist Pech, wenn wir nicht da sind - auf diesem Level reichen zehn Sekunden und es ist ein Gegentor." Oder drei, wie schon in Berlin. Neben der Analyse, warum es schon wieder dreimal einschlug, drängt sich die Frage auf: Folgt dem zweifelsohne hochattraktiven TSG-Stil auch ein erkennbarer Lernprozess um der Resultate willen? Das Remis bei der Hertha und die Niederlage gegen Schachtar stellen diesbezüglich einen Rückschlag dar, der sich am Samstag gegen Schalke (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) nicht zum Trend verfestigen sollte.

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Besonders ärgerlich war am Dienstagabend: Wie schon im Hinspiel traf Ismaily, wie schon im Hinspiel gingen exakt die Halbräume auf, aus denen Maycon und Taison zu initiieren wissen. "Man hat nicht gemerkt, dass wir zu zehnt waren, wobei wir hinten natürlich ein gewisses Risiko gegangen sind", erkennt Oliver Baumann korrekt an. Die erste gelbe Karte gegen Adam Szalai war in der Tat zu hart, der Ungar darf aber nur wenige Sekunden nach einer Verwarnung nicht so ungestüm in den Zweikampf gehen, der ihm letztlich Gelb-Rot beschert. Baumanns Zusammenfassung: "Das ist bitter, weil wir in der Champions League ein ordentliches Gesicht gezeigt haben, aber zu wenig Ertrag da ist." Was dafür sorgt, dass Hoffenheim selbst das Minimalziel vom Überwintern in Europa nicht mehr in der eigenen Hand hält, zumal bei Manchester City (12. Dezember) die Trauben enorm hoch hängen - umso mehr ob der Sperre von Mittelfeldmotor Kerem Demirbay (3. Gelbe).

Benni Hofmann

Bilder zur Partie TSG Hoffenheim - Schachtar Donezk