Copa Libertadores: Rückspiel erneut verschoben

Nach Bus-Attacke: Superclasico auch nicht am Sonntag

Gezeichnet: Bocas Pablo Perez mit Augenverband.

Gezeichnet: Bocas Pablo Perez mit Augenverband. picture alliance

Es hätte ein Fußball-Fest werden sollen, Boca Juniors gegen River Plate, der Superclasico als Endspiel der Copa Libertadores. Nachdem das Hinspiel in "La Bombonera" 2:2 geendet war, sollte der Südamerika-Meister im "El Monumental" ermittelt werden. Dazu kam es aber nicht. Im Vorfeld des Rückspiels war es zu schweren Ausschreitungen gekommen, die nicht folgenlos blieben.

Anhänger von River Plate bewarfen unter anderem den Mannschaftsbus von Boca Juniors. Dabei gingen mehrere Scheiben zu Bruch und einige Spieler erlitten Schnittwunden. Kapitän Pablo Perez sowie Nachwuchsspieler Gonzalo Lamardo erlitten durch Splitter Augenverletzungen. Hinzu kam, dass die Polizei Tränengas einsetzte, um die Randalierer zu vertreiben, dabei wurden aber auch einige Boca-Spieler in Mitleidenschaft gezogen. Auch kam es vor dem Stadion zu Auseinandersetzungen zwischen Fans und Ordnungskräften, bei denen es zu 56 Festnahmen kam.

Beide Vereine wollten daraufhin nicht mehr antreten, daraus machte auch River Plates Trainer Marcelo Gallardo keinen Hehl: "Um vier Uhr nachmittags und nicht erst um sieben am Abend habe ich meine Meinung kundgetan. Aber es sind nicht wir, die entscheiden", sagte der 42-Jährige bereits am Samstag. "Unter diesen Umständen" wollte er nicht antreten. Doch der Verband spielte auf Zeit. Gespielt wurde dennoch nicht mehr. Nach längerem Hin und Her wurde die Partie nach zweifacher Verschiebung auf Sonntag verlegt.

Um 21 Uhr MEZ hätte der Anpfiff ertönen sollen, doch Boca stellte dann bei der CONMEBOL einen Antrag, das Spiel "unter gleichwertigen Bedingungen" auszutragen. "Dies sei zurzeit nicht gegeben", hieß es in einer Mitteilung, die der Klub auf seiner Website veröffentlichte.

Der Verband gab dem Wunsch offenbar nach. Das Spiel wurde auf einen noch unbestimmten Zeitpunkt verschoben. Ein neuer Termin soll bei einem Treffen aller Beteiligten am Dienstag im Sitz des Verbandes in Luque/Paraguay festgelegt werden. "Es sind nicht die Bedingungen für ein Finale gegeben, weil die Teams nicht in gleichwertiger Verfassung sind", erklärte CONMEBOL-Präsident Alejandro Dominguez auf einer Pressekonferenz am Sonntagnachmittag.

drm/sid