Bundesliga

Funkel: "Boateng beim zweiten Tor, das war schon dramatisch"

Die Düsseldorfer kopieren den SC Freiburg

Funkel: "Boateng beim zweiten Tor, das war schon dramatisch"

Jerome Boateng

Machte gegen Düsseldorf mehrmals eine unglückliche Figur: Jerome Boateng. imago

So unterschiedlich können Stimmungen sein. Auf der einen Seite sah man am Samstag nach der Partie einen äußerst angefressenen und sauren Bayern-Trainer Niko Kovac, auf der anderen Seite bekam Düsseldorfs Trainer Friedhelm Funkel das Lachen nicht mehr aus dem Gesicht. Als Tabellenvorletzter ein 3:3 in München, dazu noch ein 1:3 aufgeholt, da kann man schon mal gutgelaunt sein. Doch für Funkel kam der Punkt nicht von ungefähr. "Der FC Bayern ist im Moment in einer Phase, in der man nicht vor Selbstvertrauen strotzt. Das muss man einfach sagen. Wenn man die letzten Spiele zuhause gegen Freiburg, Gladbach, Augsburg nicht erfolgreich gestaltet, dann haben auch diese Spieler Unsicherheiten. Man hat vor ein paar Jahren gesehen, dass der Champions-League-Finalist und mehrfacher Deutscher Meister Dortmund unter Klopp auf einmal Achtzehnter war. Auch eine Top-Mannschaft. Soweit wird der FC Bayern nie kommen. Aber es kann Phasen geben, wo sowas mal passiert. Und in einer solchen Phase steckt der FC Bayern", analysierte Funkel.

Der aktuelle Krisen-Zustand der sonst so übermächtigen Bayern spielte in der Vorbereitung auf das Spiel durchaus eine Rolle. "Wir haben am Montag damit angefangen über Bayern zu sprechen. Normalerweise musst du über Bayern nicht sprechen. Aber wir haben auf die Spiele hingewiesen, gegen Augsburg, Gladbach und Freiburg. Wir haben mit der Einwechslung von Hennings noch gesagt, das hat der SC Freiburg hier ganz genauso gemacht. Die haben in der Schlussphase auch noch einen Stürmer eingewechselt und haben mit dem Abpfiff noch das 1:1 gemacht. Das haben wir immer im Kopf gehabt."

Der Respekt der Gegner vor dem FC Bayern schwindet. Man traut sich einfach mehr zu. "Auch der Manuel Neuer ist in dieser Saison nicht ganz so stabil, weil auch die Defensive nicht so stabil ist. Er ist nach wie vor unser bester Torwart in Deutschland. Er kann an den Toren ja nichts machen. Aber in einer guten Phase hält er vielleicht den einen oder anderen, weil er auch ein bisschen glücklicher agiert. Das weiß man jetzt auch. Die Bayern haben 17 Gegentore und das in 12 Spielen. Das haben sie manchmal nach 34 Spielen gehabt. Wenn ich sehe, wie Boateng beim zweiten Tor auf Abseits spielt, mein lieber Mann, das war schon dramatisch", so Funkel.

Mounir Zitouni