2. Bundesliga

Linkes Comeback: Ein kluger Schachzug

Kommentar: Ingolstadts sinnvolle Rückholaktion

Linkes Comeback: Ein kluger Schachzug

Thomas Linke

Zurück in Ingolstadt: der ehemalige Bundesliga-Verteidiger Thomas Linke. Imago

Ein Kommentar von kicker-Redakteur Fabian Istel

Mit Linkes Wiedereinstieg erhält der FCI jenen Mehrwert an sportlicher Kompetenz, der ihm zuletzt gefehlt hatte. Nachfolger Angelo Vier zeigte sich in seiner über einjährigen Schaffenszeit zwar bemüht und engagiert, konnte aber weder die in puncto Transferpolitik noch Entwicklungsarbeit dringend benötigten Impulse setzen. Die erhoffen sich die Verantwortlichen nun von Linke. Auch wenn der frühere Abwehrspieler während seiner Auszeit der Fußball-Branche weitgehend den Rücken zugekehrt hat, verfügt er als ehemaliger Profi und Sportdirektor über einen enormen Erfahrungsschatz, von dem Spieler wie Funktionäre nun profitieren sollten.

Gleiches erhoffen sich die Schanzer von Linkes profundem Netzwerk, um den Kader nach dem missglückten Umbruch und dem Absturz ans Tabellenende im Winter sinnvoll zu ergänzen. Auch bei der Auswahl des neuen Sportdirektors ist Linkes Expertise gefragt. Dass Linke diesen Posten mit Verweis auf seine neu und lieb gewonnenen Freiheiten nicht wieder selbst übernimmt, ist so konsequent wie sein damaliger Rückzug, als er sich ausgebrannt und nicht mehr imstande gefühlt hatte, entscheidende Impulse setzen zu können. Nun will er nicht (mehr) das öffentliche Sprachrohr des FCI sein, sondern nach dem Vorbild Borussia Dortmund und Matthias Sammer ausschließlich intern mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Weiterhin Vertrauen in Gärtner

Die Installierung Linkes ist dabei keineswegs als Misstrauensvotum für Harald Gärtner zu werten. Vielmehr war es der Geschäftsführer Sport und Kommunikation selbst, der die Idee hatte, den 43-maligen deutschen Nationalspieler wieder in den Verein einzubinden. Die Vorteile liegen auf der Hand: Gärtner, seit der Entlassung Viers auch mit dessen Aufgaben als Sportdirektor betraut, bekommt fachkundige Unterstützung und wird in seinem Arbeitspensum zugleich entlastet. Die Zusammenarbeit der beiden – wenn auch in anderer Konstellation – erwies sich in der Vergangenheit als befruchtend.

Seinen Nutzen hat Linke schon bewiesen

Ob die Neuauflage als Erfolgsmodell taugt, wird auch davon abhängen, wie schnell es Linke gelingt, die Gründe für die sportliche Talfahrt zu analysieren und Lösungsansätze zu entwickeln. Dass Linke etwas bewegen kann, bewies er bei seinem Einstand vor sieben Jahren: Auch damals war der FCI das Schlusslicht der 2. Liga, am Saisonende Zwölfter, drei Jahre später Erstligist. Vom Aufstieg wagt in Ingolstadt derzeit niemand zu träumen, vielmehr lautet die Zielsetzung für die restliche Saison einzig und allein der Klassenerhalt. Dass die Verantwortlichen mit Linkes Rückholaktion als externer Berater lieber auf dessen langjährige FCI-Erfahrung zurückgreifen, als jetzt schon einen neuen Sportdirektor zu präsentieren, ist ein erster kluger Schachzug auf diesem Weg.

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