Hinrunden-Finale ohne Evseev

Rostock: Konkurrenz belebt das Geschäft

Pavel Dotchev

Kann bestens gelaunt sein: Hansas Coach Pavel Dotchev hat aktuell die freie Auswahl in seinem Kader. imago

Bei Hansa Rostock könnte die Stimmung kaum besser sein: In der Liga marschiert der Klub dank sechs ungeschlagener Spiele Richtung Tabellenspitze, im Landespokal wurde die nächste Runde durch einen souveränen 7:0-Kantersieg gegen den Güstrower SC erreicht und aus der zweiten Reihe drängen aktuell gleich mehrere Spieler in die Startformation.

Vor allem Jonas Hildebrandt und Stefan Wannenwetsch hoffen in Lotte auf ein Startelf-Mandat, nachdem sie in den vergangenen Partien mit guten Leistungen zu überzeugen wussten. Ihren Formanstieg haben die beiden Akteure auch der Kreativität ihres Trainers Pavel Dotchev zu verdanken. Denn während beide über Jahre das defensive Mittelfeld tief in ihrer Stellenbeschreibung verankert hatten, schulte sie der 53-jährige Bulgare kurzerhand um: Hildebrandt versetzte er in den Angriff, Wannenwetsch brachte Dotchev als Rechtsverteidiger.

Kein Platz für Hildebrandt?

Beim 7:0-Sieg im Landespokal-Achtelfinale gegen den Sechstligisten Güstrower SC überzeugte Hildebrandt dann wieder im defensiven Mittelfeld, zeigte aber mit seinem Treffer, dass er durchaus Stürmerqualitäten mitbringt. Dennoch dürfte es für den 21-jährigen Ex-Kölner schwierig werden, gegen Lotte von Anfang an zu spielen. Im Angriff scheinen die treffsicheren Cebio Soukou (sechs Tore) und Marco Königs (vier) derzeit die Nase vorne zu haben, im defensiven Mittelfeld gilt dasselbe für Kai Bülow und Mirnes Pepic.

Auch Wannenwetsch könnte seinen Platz verlieren, da mit den zuletzt verletzten Phil Ofosu-Ayeh und Vladimir Rankovic die zwei gelernten Rechtsverteidiger im Kader der Kogge wieder zur Verfügung stehen. Beide sammelten im Pokalspiel Spielpraxis und besetzten gemeinsam die rechte Rostocker Außenbahn. Ofosu-Ayeh agierte als Verteidiger und sicherte für Rankovic ab.

Dotchev hat fast alle Mann an Bord

Nach der Länderspielpause stehen Dotchev somit wieder alle 24 Mann in Rostocks Kader zur Verfügung. Das erlaubt dem Coach den Luxus, einen wichtigen Spieler der Vorsaison verfrüht in die Winterpause zu schicken. Wie die "Bild" berichtete, wird Willi Evseev "nach Absprache mit den Physiotherapeuten" bis zum Jahresende aus dem Trainings- und Spielbetrieb genommen.

Willi Evseev

Greift erst wieder im neuen Jahr ein: Mittelfeldmann Willi Evssev. imago

Im vergangenen Jahr hatte der ehemalige Wolfsburger immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Vor allem das linke Knie bereitete dem Deutsch-Kasachen Probleme. Dass er nun erneut fehlt, hat allerdings einen anderen Grund: "Er soll Muskeln aufbauen, damit ich in der Rückrunde etwas von ihm habe", erklärte Dotchev die ungewöhnliche Entscheidung.

Nachdem Evseev in der letzten Spielzeit trotz großem Verletzungspech noch auf 22 Einsätze für die Kogge kam, stand er in der laufenden Runde lediglich 84 Minuten auf dem Feld. Er wird die Zeit bis zu seiner Rückkehr sinnvoll nutzen wollen. Denn in der Rückrunde zählt es für Evseev, dessen Vertrag im nächsten Sommer ausläuft.

kon, tb