DFB-Elf beschließt ein verkorkstes Jahr mit einem 2:2

Löw: "Wir schlagen zurück"

Joachim Löw

Sah seine Mannschaft am Montagabend ein 2:0 aus der Hand geben: Bundestrainer Joachim Löw. imago

Als die Schlussviertelstunde in der Gelsenkirchener Veltins-Arena anbrach, zeigten die 42.186 Zuschauer doch noch eine Regung. An diesem Montagabend waren sie lange Zeit kaum zu vernehmen, nun schwappte die Welle durch das weite Rund - ehe die deutsche Mannschaft in den letzten Minuten noch zwei Gegentore kassierte und sich letztlich mit einem 2:2 anfreunden musste.

Dennoch hatte Bundestrainer Joachim Löw "mehr Positives als Negatives gesehen", wie er nach der Partie am "ARD"-Mikrofon festhielt. Tatsächlich hatte die DFB-Auswahl rund 80 Minuten lang defensiv wie offensiv ein sehr gutes Spiel gemacht. Gerade in der ersten Hälfte wusste Löws Team zu gefallen, am Ende kreisten die Fragen aber zuvorderst um die Schlussminuten, die sich in das Bild fügten, das Deutschland in diesem Kalenderjahr abgegeben hatte.

"Man muss lernen, ein 2:0 nach Hause zu bringen"

Spielbericht

"Es zieht sich ein bisschen durchs Jahr durch", sagte auch Löw und sprach von einem "schlechten" und "enttäuschenden Jahr". Gegen die Niederlande sah es lange Zeit so aus, als könne die DFB-Elf es zumindest versöhnlich beschließen, doch dann traf die Elftal doch noch zweimal . "Man muss lernen, ein 2:0 nach Hause zu bringen", klagte Löw angesichts der Jugend seiner Elf und fügte an: "Das sind Erfahrungswerte, die jetzt gesammelt werden."

Durch das 2:2 ist seine Mannschaft in der EM-Qualifikation nur dann als Gruppenkopf gesetzt, wenn Portugal am Dienstag Polen besiegt . Löw aber sagt: "Wir nehmen es, wie es kommt." Mit Blick auf die Endrunde 2020 ist er ohnehin überzeugt: "Wenn sich die ersten beiden qualifizieren, werden wir es schaffen." Nach der missratenen Weltmeisterschaft in Russland habe er sich schließlich gesagt: "Wir schlagen zurück." Und: "Wir werden das auch schaffen."

Löws Lob für Sané

Forsche Worte, denen mit dem Auftritt gegen die Niederlande Taten vorausgegangen waren. Besonders Leroy Sané trumpfte am Montagabend auf. Nach der Partie hatte Löw ein Lob für den 22-Jährigen parat. Er komme inzwischen "ganz anders zur Geltung", meinte der Bundestrainer und ergänzte: "Er setzt sehr gut um, was wir von ihm wollen." Etwa die Laufwege hinter die gegnerische Abwehrkette. Aber auch die Defensivarbeit. All das macht Mut - auch wenn das Resultat gegen die Niederlande einmal mehr enttäuschend war.

lei

Bilder zur Partie Deutschland - Niederlande