Bundesliga

Hertha BSC: Zoff zwischen Michael Preetz und den Profis

In Berlin knistert es hinter den Kulissen

Zoff zwischen Preetz und Herthas Profis

Michael Preetz

Blitzte vor dem Leipzig-Spiel bei Herthas Profis ab: Michael Preetz. imago

"Herthaner gegen Herthaner, das verstehe ich nicht. Ich hoffe, dass eine schnelle Lösung kommt - das Thema soll in der Kabine nicht zum Störfaktor werden": Als Hertha-Trainer Pal Dardai am 8. November diese Sätze aussprach , dürfte er es bereits besser gewusst haben: "Das Thema", der andauernde Konflikt zwischen den Hertha-Bossen und den Hertha-Ultras, war da schon zu einem Störfaktor geworden, das bis in die Kabine reichte.

Im Vorfeld des Heimspiels gegen RB Leipzig am 3. November war es nach kicker-Informationen zum Konflikt zwischen Manager Michael Preetz und den Berliner Profis gekommen. Preetz versuchte mehrfach, das Team und den Trainerstab zu einer gemeinsamen Aktion mit der Geschäftsführung auf dem Rasen des Olympiastadions zu bewegen - vergeblich.

Mit der Geste sollte vor allem dem bei Teilen der Anhänger stark in die Kritik geratenen Paul Keuter, in der Geschäftsleitung für digitale Transformation zuständig, öffentlich gemachte Unterstützung zuteil werden. Die Mannschaft war irritiert über das Vorgehen und den Zeitpunkt. Mit einem in der Kritik stehenden Trainer gebe es auch keine Solidarisierungsgeste im Mittelkreis, hieß es aus den Reihen der Profis an Preetz' Adresse.

Augenzeugen zufolge soll es lauter zugegangen sein

Am Tag des Spiels unternahm der Manager einen letzten Anlauf. Er blitzte beim Team ab - und war Augenzeugen zufolge aufgebracht über die Weigerung der Mannschaft. Es soll - berichten einige, die dabei waren - lauter zugegangen sein. Bei den Führungsspielern, die sich nicht von den Bossen gegen die eigenen Fans instrumentalisieren lassen wollten, stießen Preetz' Gebaren und vor allem das Timing auf Unverständnis. Die Profis fühlten sich in ihrer Konzentration aufs prestigeträchtige Spiel gegen Leipzig massiv gestört.

Hertha, inzwischen seit fünf Liga-Partien ohne Sieg, verlor damals mit 0:3. Und die atmosphärischen Spannungen zwischen Führung und Mannschaft kann in nächster Zeit vermutlich nur eines übertünchen: sportlicher Erfolg.

Die Gründe für Herthas Abwärtstrend und welche atmosphärischen Störungen das Binnenklima noch belasten, lesen Sie in der kicker-Montagsausgabe!

Steffen Rohr

Die Baustellen der Bundesligisten