Serbien schlägt Montenegro - Jovic eingewechselt

Mitrovic nach Elfer-Farce: "Ich weiß auch nicht, ... mein Kopf!"

Aleksandar Mitrovic

Vergab kläglich einen Elfmeter: Aleksandar Mitrovic. imago

Eine geraume Zeit lang führten die beiden Nationen, die sich erst 2006 separierten, eine weitgehend offene Partie. Nach einer halben Stunde wurden die Gäste, die ohne ihre Stars Stefan Savic (Atletico Madrid) und Stevan Jovetic (AS Monaco) auskommen mussten, mit einem Doppelschlag jedoch kalt erwischt. Die Elf von Mladen Krstajic konterte schulbuchmäßig über Spielmacher Dusan Tadic, der Adem Ljajic mit einem Pass durch die Lücke herrlich einsetzte - der Mittelfeldmann blieb im Eins-gegen-eins abgeklärt und traf ins lange Eck zum 1:0 (30.). Nur zwei Zeigerumdrehungen später erhöhte Mitrovic mit einer sehenswerten Direktabnahme aus wenigen Metern, auch, weil er von der Gäste-Abwehr nahezu ignoriert wurde.

Ein kläglicher Panenka

Die Szene des Spiels drehte sich erneut um Mitrovic, der aus elf Metern für die Vorentscheidung hätte sorgen können, seinen Strafstoß im Panenka-Stil jedoch viel zu hoch ansetzte und kläglich vergab (38.). Kapitän Kolarov tadelte ihn nach dem Spiel, "so sollte er beim Stand von 2:0 nicht schießen". Trainer Krstajic erinnerte sich daran, versucht zu haben, "als Spieler immer maximal ernst zu sein." Dass Mitrovic verschoss, konnte Krstajic "ihm nicht vorhalten", mit der Art und Weise war der 44–Jährige aber nicht einverstanden: "So darf er ihn nicht schießen."

(Kein) Verständnis für die junge Mannschaft

Der Grundtenor des Teamchefs hob dennoch die positiven Leistungen seines Angreifers hervor: "Mitrovic hat sehr viel für diese Mannschaft geleistet, er ist einer der besten Spieler in der Nations League bislang und hat sehr viele Tore gemacht. Er hat uns auch zur WM geschossen." Verständnis hat der einstige Verteidiger auch für die nervöse Reaktion seiner Mannen auf den Anschlusstreffer durch Montenegros Stefan Mugosa, der beim Abschluss aus zwölf Metern ebenfalls komplett blank stand (70.).

"Die Nervosität nach dem 1:2 kann ich verstehen, da die Mannschaft noch jung ist." Sein verlängerter Arm auf dem Platz, Kolarov, pochte trotzdem darauf, dass es "nicht passieren darf, dass wir in einem bereits entschiedenen Spiel am Ende noch verteidigen." Mitrovic stellte sich ebenfalls der Öffentlichkeit und verriet, dass er eigentlich anders schießen hatte schießen wollen, "aber ich weiß auch nicht. Mein Kopf, ... ich weiß nicht, wie mir das passieren konnte. Wenn ich nur ein wenig drüber geschossen hätte, aber zehn Meter!", sagte der 24-Jährige und gelobte Besserung: "Ich werde nie wieder versuchen, einen Elfmeter so zu schießen."

Es darf nicht passieren, dass wir in einem bereits entschiedenen Spiel am Ende noch verteidigen.

Serbiens Kapitän Aleksandar Kolarov

"Vielleicht wäre mehr drin gewesen", bedauert auch Montenegros Coach Ljubisa Tumbakovic. Serbiens Stratege Nemanja Matic schlug in eine ähnliche Kerbe: "Wir haben die große Chance zum 3:0 nicht genutzt, im Fußball folgt auf so etwas meist die Strafe." In diesem Fall sind Matic, Mitrovic und Co. mit den drei Punkten davongekommen.

Serbien hat den Aufstieg in eigener Hand

Nach fünf von sechs Spieltagen haben die Serben elf Zähler auf dem Konto, die Montenegriner "nur" deren sieben. Somit bleibt Letzteren kein Szenario, in dem ihnen der Aufstieg noch gelingen könnte. Aber auch Serbien hat das Ticket in Liga B noch nicht sicher, die Rumänen (sechs Punkte) haben noch zwei ausstehende Spiele - am Samstagabend gegen Litauen und am Dienstagabend gegen Montenegro - vor der Brust. Mit zwei Siegen könnten sie noch an den Serben vorbeiziehen. Krstajics junges Team, zu dem auch der in der Schlussphase eingewechselte Frankfurter Luka Jovic zählt, kann am Dienstag gegen Litauen aber seinerseits alles klarmachen.

nba/drm