Die Wolfsburger Klaus und Guilavogui am Ende ihrer Leidenszeit

"Einfach geil": Das doppelte Comeback

Die Wolfsburger Josuha Guilavogui und Felix Klaus

Comeback im Test gegen Paderborn: Die Wolfsburger Josuha Guilavogui (li.) und Felix Klaus. imago

216 ohne ein Fußballspiel. Quälend lange sieben Monate musste Felix Klaus zusehen, wie seine Teamkollegen um Tore und Punkte kämpften. Am 14. April hatte der Ex-Hannoveraner letztmals auf dem Rasen gestanden, mit 96 gab es damals ein 1:1 beim VfB Stuttgart. Anschließend fehlte der 26-Jährige gelbgesperrt, wegen Adduktorenproblemen und nach seinem Wechsel nach Wolfsburg schließlich wegen einer Schambeinverletzung, die eine Operation notwendig machte. Am Donnerstag nun sein Comeback und Debüt zugleich: 1:3 im Test gegen den SC Paderborn, dennoch war Klaus am Ende glücklich.

"Es ist einfach geil, mal wieder so lange zu ackern, mal wieder kaputt zu sein. Das Gefühl kannte ich schon nicht mehr. Jetzt bin ich froh, dass ich mal wieder so lange gespielt habe und ein bisschen Power bekommen habe." Knapp 80 Minuten gewährte VfL-Trainer Bruno Labbadia dem Sommerneuzugang. In der ersten Halbzeit auf dem Flügel, nach der Pause in der Sturmmitte. "Auf dem Flügel hat es echt Spaß gemacht", sagt Klaus, die Rolle als Neuner freilich ist nicht so seine Sache. Weil jedoch Daniel Ginczek (Innenbanddehnung) und Wout Weghorst (Nackenprobleme) fehlten, musste er dort ran. "Wir hatten einfach keinen anderen mehr. Ich bin hin und her gelaufen, habe probiert, mich anzubieten." Er ahnt: "Mit der Position werde ich mich nicht mehr anfreunden ..."

Es ist einfach geil, mal wieder so lange zu ackern, mal wieder kaputt zu sein. Das Gefühl kannte ich schon nicht mehr.

Felix Klaus

Mit dem Gedanken an seine baldige Rückkehr auf den Bundesligarasen hingegen schon. "Wir müssen nun gucken, wie ich das Spiel verkrafte. Ich habe keine Schmerzen, alles ist gut. Wir müssen schauen, wie es nächste Woche aussieht." Nach der Länderspielpause spielt der VfL daheim gegen RB Leipzig.

Da würde auch Josuha Guilavogui gerne wieder dabei sein, wenngleich er direkt an seinen Boss verweist: Das ist eine Frage für den Trainer, aber ich fühle mich gut." 83 Tage nach seinem am 1. Spieltag gegen Schalke (2:1) erlittenen Kreuzbandriss im rechten Knie stand der Franzose gegen Paderborn wieder auf dem Platz. "Ich hätte mir einen Sieg gewünscht, zudem habe ich noch einen Fehler vor dem 0:1 gemacht. Aber ansonsten ist alles gut."

Das Knie, betont er zufrieden, habe nicht reagiert. So soll's bleiben, damit er seiner Mannschaft, in der Liga in den vergangenen neun Partien nur einmal siegreich, wieder helfen kann. "Ich alleine werde nicht den Unterschied machen", sagt Guilavogui. "Ich will versuchen, mit meinem Willen und meinen positiven Gedanken zu helfen."

Comeback des Duo noch im Jahr 2018

Der nächste Schritt ist nun der zurück in den Ligaalltag. Klaus und Guilavogui brennen darauf. Und was sagt Labbadia? "Für beide war das Spiel unheimlich wichtig. Wir müssen gucken, wie wir sie ranführen. Beide brauchen noch Zeit." Ein Comeback noch in der Hinrunde, das ist in beiden Fällen klar, dürfte es aber auf jeden Fall werden.

Thomas Hiete

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