Bürger stimmen gegen die Bewerbung um die Winterspiele ab

"Enttäuschend": Olympia 2026 nicht in Calgary

Olympia-Bilder aus Calgary (hier die Eröffnungsfeier 1988) wird es 2026 nicht geben.

Olympia-Bilder aus Calgary (hier die Eröffnungsfeier 1988) wird es 2026 nicht geben. imago

Laut ersten inoffiziellen Angaben auf der Webseite vote2018.calgary.ca stimmten am Dienstag nur 43,6 Prozent für eine Bewerbung, 56,4 Prozent stimmten dagegen. Mit 304.774 Bürgern hatten weniger als die Hälfte aller Wahlberechtigten an dem Referendum teilgenommen. Das Ergebnis ist nicht bindend. Doch im Vorfeld hatten alle Beteiligten signalisiert: Bekommt die Nein-Seite auch nur eine Stimme mehr, ist die Bewerbung tot. "Das Ergebnis ist enttäuschend, aber ich respektiere den demokratischen Prozess", meinte Hutcheson. Kritiker der Ausrichtung hatten vor allem die hohen Kosten angeführt. Calgary hatte die Spiele bereits 1988 ausgerichtet. Die Winterspiele 2010 fanden im kanadischen Vancouver statt.

Keine Überraschung

Das Internationale Olympische Komitee hat mit Bedauern auf das negative Referendum reagiert. "Es ist enttäuschend, dass die Argumente bezüglich der sportlichen, sozialen und langfristigen Vorteile einer Austragung der Olympischen Spiele die Abstimmung nicht beeinflusst haben", teilte das IOC am Mittwoch in einer Stellungnahme mit. Es sei aber nach den politischen Diskussionen und den Unsicherheiten in den vergangenen Tagen "keine Überraschung" mehr gewesen.

Nur noch zwei Kandidaten

Die Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees trifft die Entscheidung über den Ausrichter am 24. Juni 2019 in Lausanne. Nach einem Ausscheiden von Calgary würden noch Mailand/Cortina d'Ampezzo und Stockholm als Kandidaten bleiben. Zuvor waren bereits Sapporo (Japan), Graz mit Schladming (Österreich) sowie Sion (Schweiz) aus dem Kreis der Bewerber ausgeschieden.

Ushuaia als Alternative?

Da etliche Kandidaten Probleme haben, erwägt Ushuaia, an der Südspitze Argentiniens, sich für die Olympischen Winterspiele 2026 zu bewerben.

nik/dpa/sid