Frankfurt: Unzufriedenheit bei Reservist Müller

Hütter warnt vor Stuttgart: "Ein sehr heißes Spiel"

Hofft auf eine Steigerung im Vergleich zum Nürnberg-Spiel: Frankfurts Trainer Adi Hütter.

Hofft auf eine Steigerung im Vergleich zum Nürnberg-Spiel: Frankfurts Trainer Adi Hütter. imago

Der Start in die Trainingswoche stimmte Hütter zuversichtlich, dass seine Mannschaft in Stuttgart wieder ein anderes Gesicht zeigen wird als beim uninspirierten Auftritt zuletzt in Nürnberg (1:1). "Unsere Jungs waren an diesem Tag nicht in der Lage, die Leistungen der letzten Wochen umzusetzen", rekapituliert der Trainer. In Gesprächen mit den Spielern hätten sie den Eindruck bestätigt, dass am Ende der englischen Woche die Spritzigkeit fehlte. Auch deshalb gab der Coach dem Team am Dienstag frei und begann erst am Mittwoch mit der Vorbereitung auf das Spiel beim VfB. "Ich habe ein sehr gutes, giftiges, spritziges und aktives Training gesehen", lobt Hütter, der sich diesen Elan auch am Freitagabend ab 20.30 Uhr wünscht.

Größere personelle Wechsel wird er wahrscheinlich nicht vornehmen. Sebastien Haller drängt zurück in die Elf und könnte Luka Jovic oder Ante Rebic ersetzen. Abgesehen von dieser Personalie wäre es jedoch keine Überraschung, wenn die gleiche Elf aufläuft wie in Nürnberg. "Es erwartet uns ein sehr, sehr heißes Spiel", warnt Hütter. Er ist der Auffassung, dass der 18. Tabellenplatz nicht der wahren Qualität des VfB entspricht. "Unsere Aufgabe ist es, ein besseres Auswärtsspiel zu machen als in Nürnberg", fordert der Österreicher.

Hütter: "Es steht uns gut zu Gesicht, nicht zu weit hinten zu verteidigen"

Mit welcher taktischen Marschroute er sein Team aufs Feld schicken wird, wollte er naturgemäß nicht verraten, nur so viel: "Es steht uns gut zu Gesicht, nicht zu weit hinten zu verteidigen, sondern eine Etage weiter vorne. Ob das ganz vorne ist oder in der Mittelfeldzone, das lasse ich jetzt natürlich noch offen."

Ebenso offen ist, welche 18 Spieler er für die Partie nominieren wird. Trotz der Reihe an verletzten Akteuren (Torro, Chandler, Salcedo, Geraldes, Paciencia) schaffen es Woche für Woche auch einige gestandene Profis nicht auf die Bank. Marco Fabian nahm letztmals am 4. Spieltag gegen Leipzig am Spielfeldrand Platz, Branimir Hrgota war überhaupt erst einmal im Kader, am Sonntag in Nürnberg musste auch Nicolai Müller auf die Tribüne. Der Neuzugang hatte zum letzten Mal am 26. September beim Auswärtsspiel in Gladbach gespielt, stand bis zur Partie am Sonntag aber immer im Kader. "Wenn du weniger zum Einsatz gekommen bist und siehst, dass die Mannschaft erfolgreich ist, hast du selber das Gefühl, ich bin jetzt weiter weg. Ich finde trotzdem, dass Nicolai sehr, sehr gut trainiert. Er versucht, immer 100 Prozent zu geben", lobt Hütter.

Müllers schwierige Situation

In dieser Woche hat er mit dem Rechtsaußen ein Einzelgespräch geführt. "Er hat mir gesagt, dass er nicht ganz zufrieden ist. Das verstehe ich auch, das ist normal", berichtet der Coach. Für Müller gestaltet sich die Situation auch deshalb schwierig, weil der Trainer seit Wochen auf ein 3-5-2 setzt. In dieser Formation gibt es nur einen Außenbahnspieler auf jeder Seite. Wegen Schwächen im Defensivspiel ist Müller keine Alternative zu Dauerbrenner Danny da Costa auf der rechte Seite. Denkbar wäre es, Müller in die Mitte zu ziehen, wo er als Achter mit Läufen in die Tiefe Gefahr erzeugen könnte. An Jonathan de Guzman und Mijat Gacinovic kommt er zwar nicht vorbei, als Joker könnte er für diese Position indes durchaus mal infrage kommen. Auf Nachfrage bestätigt Hütter dieses Gedankenspiel: "Es gibt vielleicht die Möglichkeit, dass er mal auf der Acht zum Einsatz kommt." Nach momentanem Stand der Dinge dürfte es für Müller aber dennoch schwierig werden, regelmäßig Spielpraxis zu erhalten.

Julian Franzke