Ex-Bundestrainer spricht über verschiedene Dinge

Klinsmann: "VfB hat keine Zeit mehr zu verlieren"

Jürgen Klinsmann

Ihn reizt die Rückkehr ins Fußballgeschäft: Jürgen Klinsmann. imago

Wie der 54-Jährige der "Stuttgarter Zeitung" verriet, findet er die Entscheidungen auf vereinspolitischer Ebene gut. "Mit der Ausgliederung wurden die richtigen Weichen in Richtung Kontinuität und Fortschritt gestellt", sagte Klinsmann und machte deutlich, dass der VfB "die Voraussetzungen" habe, seinem Ziel näherzukommen, "möglichst schnell wieder auf der internationalen Bühne zu spielen". Der derzeitige VfB ist von Europa aber sehr weit entfernt.

Mit gerade mal fünf Punkten nach acht Spieltagen rangieren die Schwaben auf Rang 17 - Abstiegskampf statt Europa ist also die Realität. "Sportlich ist ein Fehlstart passiert", weiß Klinsmann, der das Potenzial der Stuttgarter weiter höher einschätzt. "Die Mannschaft erscheint mir eigentlich gut genug, um unter den ersten Acht zu spielen." Das helfe aktuell aber nichts, denn der VfB benötigt dringend Punkte. "Denn, wenn man länger unten drinhängt, wird es Überlebenskampf pur. Der VfB hat keine Zeit mehr zu verlieren."

Eine eigene Meinung vertritt er auch im Fall von Michael Reschke und der Kritik an dessen Vorgehen bei der Entlassung von Tayfun Korkut. "Wenn man genau das Gegenteil dessen macht, was man noch am Tag vorher gesagt hat, muss man sich dieser Kritik stellen - oder sich dafür entschuldigen", stellte der Weltmeister von 1990 fest, zeigte aber auch Verständnis: "Nach Spielen ist es oft schwierig, sich klar zu positionieren."

Rückkehr ins Fußballgeschäft ist reizvoll

Klare Positionen vertritt Klinsmann auch im Hinblick auf seine persönliche Karriereplanung. Vor der WM hatte er eigenen Angaben zufolge einige Angebote von Nationen, die in Russland dabei waren. "Aber das war nicht das, was ich wollte, da keines dieser Teams die Perspektive Viertelfinale geboten hätte."

An sich würde ihn eine Rückkehr in den Fußball reizen. "Ich kann mir eine Arbeit als Trainer vorstellen, aber auch eine Tätigkeit als Sportchef, der in einem Verein oder einem Verband strategisch arbeitet und das größere Bild zeichnet", verriet er und schloss dabei eine Rückkehr nach Deutschland nicht mehr aus: "Ich bin für alles offen und kann mir auch eine Rückkehr nach Europa oder Deutschland vorstellen." Familiär sei er nicht mehr an die USA gebunden, da seine Tochter "im nächsten Sommer an die Uni geht". Allerdings würde Klinsmann nicht jedes x-beliebige Angebot nehmen, da er klare Vorstellungen hat. "Entscheidend ist, dass man im Verein menschlich zueinanderpasst, dass man gemeinsame Werte und Ziele hat und der sportliche Reiz und die Identität stimmt."

Bayern? "Da halte ich mich lieber raus"

Zum FC Bayern hielt er sich bedeckt, da es so ist, dass "wenn ich jetzt etwas über die Bayern sagen würde - egal in welche Richtung - dann käme ein schönes Echo. Da halte ich mich lieber raus. Grundsätzlich ist es so, dass ich den höchsten Respekt vor den Bayern habe und noch immer dankbar bin, dass ich dort Trainer sein durfte. Es gab zwar viele Probleme, weil ich ganz andere Ideen als die Führung hatte und ich auch einiges schlucken musste - aber diese Lebenserfahrung kann mir keiner mehr nehmen."

drm

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